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Drittklassiges Fernsehprogramm

Wenn man sich das dritte Fernsehprogramm des Südwestrundfunks von der letzten Woche anschaut, fragt man sich, für welche Art von Zuschauer es gemacht wird. Am Samstag ging es über sechs Stunden um Schlager, darunter um die „größten Schlager-Kulthits der 70er“. Wer die Sprache so mit Superlativen strapaziert, hat offenbar sonst nichts zu bieten. Am Sonntag wurde damit begonnen, eine Doku-Serie zu wiederholen, die vor drei Jahren schon einmal gelaufen ist: „Die Geschichte des Südwestens“. Der Montag brachte den offenbar neuen Film mit dem banalen „Opa wird Papa“, den Rest des Abends hat man mit der Wiederholung von Quizsendungen bestritten. Der Dienstag ist üblicherweise der Höhepunkt der Woche: „Marktcheck“ ist tatsächlich aktuell. Danach wird wiederholt auf Teufel komm raus: Familie Heinz Becker, über die man nicht mehr lachen kann, und „So lacht der Südwesten“. Woher die wissen, was es dabei zu lachen gibt? Am Mittwoch dann die Reihe mit dem unseligen Titel „Lecker aufs Land“ und die Wiederholung eines Tatorts von 1991. Der Donnerstag bringt das Magazin „Zur Sache Baden-Württemberg“ und die Wiederholung einer Reihe mit dem Dauerkomiker-Arzt Hirschhausen und der Freitag eine neue Folge der „Expedition“ (warum dieses Wort?) in die Heimat. Es folgt ein neues „Nachtcafé“. Anschließend gibt es drei weitere Zusammenschnitte bzw. Wiederholungen dieser langweiligen Talkshow, insgesamt also fünf Stunden Nachtcafé bis nachts um drei. Was für ein dünnes Süppchen, dieses SWR-Fernsehen, das sich brüstet „am besten“ zu sein. Dabei ist es nur eine trostlose Ansammlung von traurigem Humor, altbackenem Filmmaterial und endlosen Wiederholungen. Für mich ist die beste Sendung dieses Senders: das Wetter kurz vor acht.

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