Fehlende Lehrkräfte

Es bereitet große Mühe, die vakanten Stellen im Grundschulbereich zu besetzen. Das ist keine neue Entwicklung, das ist schon seit Jahren so. Aber jedes Mal, wenn ein neues Schuljahr beginnt, tut die Schulverwaltung überrascht. Sie versagt seit je bei der langfristigen Planung des Lehrerbedarfs. Im gymnasialen Bereich übertreffe die Zahl der Bewerber die Zahl der zu besetzenden Stellen deutlich. Das mag sein, heißt aber nur, dass es zu wenig Stellen gibt. Und das ist merkwürdig, wenn die andere Zahl stimmt, dass nämlich rund zehn Prozent des Unterrichts im Gymnasium ausfällt oder nicht stattfindet. Manche sprechen deshalb schon von G 7, dem siebenjährigen Gymnasium. Wahrscheinlich brauchen wir, um G 8 erfolgreich umsetzen, das neunjährige Gymnasium. Dann könnten besagte zehn Prozent der Unterrichtszeit relativ problemlos entfallen. Nun betont Häckerling immer wieder, dass die Qualität der schulischen Ausbildung nicht synchron verläuft mit der Quantität des Unterrichts. Nicht jede Stunde ist gut und bringt die Lernenden weiter, aber eine Stunde, die nicht stattfindet, kann auch nichts zur geistigen Förderung beitragen. Das Traurige an der Sache ist: Die Schulbürokratie weiß weder Genaues über die Quantität, weil alle Stunden zwar in den Klassentagebüchern notiert, aber in keiner Datenbank als gehalten registriert werden, sie weiß aber auch kaum etwas über die Qualität des Unterrichts. Lehrer werden zwar alle paar Jahre von der Schulleitung besucht, aber eine detaillierte und systematische Erfassung der Stärken und Schwächen, der Erfolge und Defizite des Unterrichtsgeschehens findet nicht statt. Daher weiß niemand – weder die Schulleitung noch die Schulverwaltung –, welchem Lehrer und welcher Lehrerin man wie unter die Arme greifen müsste, damit sein bzw. ihr Unterricht so gut wird, wie die Gesellschaft es erwarten kann.

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