Es war wohl ein hartes Ringen hinter den Kulissen. Nun hat der Berg gekreißt und ein klimatisches Mäuslein zur Welt gebracht. Die Schwarz-Roten hatten angekündigt, die Klimaziele einzuhalten und dennoch das Gebäude-Energiegesetz abzuschaffen. Nun wissen wir Bescheid: Das Versprechen zwei wird eingehalten, das Versprechen eins nicht. Wenn alle wieder nach Belieben Öl- und Gasheizungen einbauen dürfen, werden das viele tun. Und das mit gutem Gewissen. Dann wird sich der CO2-Ausstoß nicht weiter senken. Aber das ist dieser Regierung vermutlich auch völlig egal, denn sie hat keinerlei Ambitionen in Sachen Klimaziele. Wahrscheinlich folgt man inzwischen insgeheim der amerikanischen Regierung, die per Dekret angeordnet hat, dass vom Kohlendioxyd-Ausstoß keinerlei Gefahren ausgehen. Nun werden manche einwenden, ins Gesetz komme die Bestimmung, dass beim Heizen ein Prozent, später zehn Prozent Biogas oder Bio-Öl beigemengt sein soll. Allerdings wird das erst Ende des Jahrzehnts vorgeschrieben sein, also lange nach Ablauf der jetzigen Legislaturperiode. Vermutlich spekulieren die Christdemokraten darauf, dass sie in der nächsten Regierung, ohne Sozialdemokraten, aber vielleicht mit stiller Duldung der AfD auch diese Bestimmung kippen können. Das Wort von der Technologie-Offenheit bekommt hier einen zynischen Beiklang. Es bedeutet: Wir schreiben euch nichts vor, ihr dürft heizen, womit ihr wollt, das mit dem Klima werden wir anders lösen, technologieoffen halt. Vielleicht wartet man auf einen großen Staubsauger, der das CO2 aus der Luft saugt.