Man weiß das ja schon lange: Wenn man dem Staat Geld gibt, wird es schleunigst ausgegeben. Auf diese Weise sind auch die 500 Milliarden Euro spurlos verschwunden, die man in einer Hauruck-Aktion nach dem Ende der Ampel der neuen Regierung zu leihen erlaubt hat. Die Auflage war, sie für Investitionen und die Sanierung der maroden Infrastruktur auszugeben. Nun haben renommierte Wirtschaftsleute herausgefunden, dass dieses Geld genau dafür nicht verwendet wurde, sondern zur Stopfung von Löchern im normalen Haushalt. Wenn ich mich recht erinnere, ist die Ampel unter anderem deshalb zusammengebrochen, weil ihr etwa 25 Milliarden Euro gefehlt haben. Die schwarz-rote Regierung wird nicht straucheln, obwohl sie das Zwanzigfache versemmelt hat. Nun könnte man argumentieren, dass es egal sei, wohin das viele Geld gewandert ist, Hauptsache, es wurde ausgegeben. Offenbar gibt es so viele Empfänger staatlicher Wohltaten, dass ihre Bezuschussung jeden normalen Haushalt überfordert und nur unter Aufnahme von Schulden gelingt. Manche finden Schulden gut. Man bekommt dadurch Geld. Merkwürdigerweise wird dabei ausgeklammert, dass Schulden beglichen werden müssen. Das Zurückzahlen kostet leider auch Geld. Aber für den Staat ist das kein Problem. Er kann neue Schulden aufnehmen, um alte zu bezahlen. Und die marode Infrastruktur? Die ist ein Schicksal, gegen das es kein bzw. keine Mittel gibt. Wenn eine Brücke marode ist, wird sie stillgelegt, wenn eine Weiche klemmt, fällt die Bahn aus, wenn eine Straße holprig ist, wird langsameres Fahren empfohlen, wenn Krankenhäuser darben, muss man sie schließen, wenn Schultoiletten stinken, schickt man die Kinder zum Pinkeln ins Freie, wenn die Armee keine Waffen hat, bleibt sie friedlich. Es findet sich immer eine Lösung. Aber wo zum Teufel sind eigentlich die 500 Milliarden geblieben?
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