Man kann der schwarz-roten Regierung nicht absprechen, dass sie sich zu den Klimazielen bekennt. Das verbindet sie mit der Mehrheit der Bürger. Nun ist das mit den Bekenntnissen so eine Sache: In der Religion gehören sie zu den Basics. Man bekennt sich zum Christentum, zum Glauben, man spricht das Vaterunser, manchmal auch das Glaubensbekenntnis. Das ist schön und gut. Aber was wird daraus im Alltag des Christenmenschen? Leider oft zu wenig. Was man am Sonntag bekannt hat, ist am Mittwoch vergessen. Wie lange die Erinnerung der Regierung an das Bekenntnis zu den Klimazielen vorhält, werden wir erleben bzw. sehen: Wird man umweltschonendes Bauen unterstützen? Gibt es Entscheidungen, die den Individualverkehr eindämmen? Werden weiter fossile Heizungssysteme unterstützt, indem man deren Kosten steuerlich absetzen kann? Hat man Ideen, wie die Deutsche Bahn und der ÖPNV attraktiver werden? Der Umweltminister gab sich gestern zuversichtlich, Wissenschaft und Umweltaktivisten wissen jetzt schon, dass die Regierung ihre Klimaziele verfehlen wird. Was bleibt uns normalen Bürgern zu tun übrig? Wir dürfen unseren Alltag ohne Bevormundung klimaschonend gestalten, können, wenn wir das Geld dazu haben, unser Haus sanieren und eine nicht-fossile Heizung einbauen, aufs Autofahren weitgehend verzichten oder ein E-Auto erwerben, nicht mehr in den Urlaub fahren, fleischlos essen, die „Kochwäsche“ mit 60 Grad waschen, Petitionen unterschreiben, Ministerin Reiche widersprechen oder Trump dankbar sein, dass er mit seinem Iran-Krieg allen klarmacht, wie ungut es ist, von Öl- und Gaslieferungen abhängig zu sein. Aber damit ist die Grenze zum Zynismus überschritten.