Die Wirtschaftsministerin mit dem „viel“ versprechenden Namen wird inzwischen sogar von ihren eigenen Parteifreunden heftig kritisiert. Was hat sie getan, dass man ihre Entlassung fordert? Sie sträubt sich gegen Vorschläge, die Steuerzahler angesichts hoher Spritpreise zu entlasten. Der erste Vorschlag: deren Subventionierung, also eine verordnete Senkung der Preise. Das grenzt ans Absurde, denn der Spritpreis ist auch hoch, weil Treibstoff mit hohen Steuern belegt ist. Ist er hoch, wird weniger getankt und verbraucht. Das ist gut für das Klima und trägt der Knappheit der Ressource Rechnung. Ihn durch Zuschüsse zu senken, würde eine höhere Nachfrage bewirken und damit eine erneute Preissteigerung. Will man das wirklich? Der zweite Vorschlag: Abschöpfung der „Übergewinne“. Das hat man schon einmal versucht und sich dabei im Dschungel des Rechts verirrt. Strafverfahren mit Mineralkonzernen sind keine Hilfe für den Verbraucher. Der dritte Vorschlag, der auch Reiche eingefallen ist: Erhöhung der Pendlerpauschale. Das würde die eher Wohlhabenden begünstigen, denn je mehr jemand verdient, desto höher ist sein Steuersatz und desto höher wäre auch seine steuerliche Entlastung in gut einem Jahr, wenn der Steuerbescheid ergangen ist. Pendler könnten mit dem ÖPNV fahren oder Fahrgemeinschaften bilden oder ins Homeoffice gehen oder, wenn sie schon zum Arbeitsplatz fahren wollen oder müssen, ihre Freizeitfahrten einschränken. Der vierte Vorschlag: den wirklich Bedürftigen einen Sonderzuschuss gewähren. Die anderen brauchen keinen, auch wenn sie noch so jammern, „dass alles teurer wird“. Die Namen und Kontonummern der mutmaßlichen Empfänger einer solchen Zuwendung liegen den Behörden vor. Die Unterstützung derer, die es nötig haben, wäre die billigste Lösung und die wirkungsvollste, aber sie findet keinen Anklang, weil sie keine Wählerstimmen bringt. Soll man Reiche entlassen? Ja, aber nicht wegen der sinnfreien Energiekostendebatte, sondern wegen ihres Ignorierens der Klimafrage.