Der amerikanische Präsident hat dem deutschen Kanzler bescheinigt, er habe keine Ahnung. Gemeint ist: vom Iran-Krieg. Offenbar will Trump dem Merz auch nicht sagen, welche strategischen Finessen hinter seiner militärischen Aktion stecken. Er hat einen Plan, nur kennt ihn keiner. Sein Ziel ist es, das iranische Volk von der Mullah-Herrschaft zu befreien, ihm das versteckte Uran wegzunehmen und die Straße von Hormus freizumachen. Bis jetzt ist ihm nichts davon gelungen. Aber wie unser Kanzler haben auch wir keine Ahnung, welche Raffinnesse sich hinter dem Vorgehen Trumps verbergen. Eines Tages, wenn alle vorgenannten Ziele erreicht sind, werden wir uns in Ehrfurcht vor dem größten Feldherrn aller Zeiten verbeugen, ihm die Füße küssen und freiwillig hohe Zölle hinnehmen. Warum weiß Merz das nicht? Warum greift er den großen Amerikaner an, statt ihm wie der englische König nette Worte zu sagen und auf die Gemeinsamkeiten hinzuweisen? Wir alle machen uns ständig über Trump lustig und lassen es an Bewunderung fehlen. Das Dumme ist nur: Der Augenschein spricht gegen Trump, die Realität will sich seiner Genialität nicht fügen. Es sieht so aus, als scheitere er auf der ganzen Linie. Aber vielleicht sieht es nur so aus, vielleicht lullt er den Feind nur ein, um dann mit einem Schlag und an einem Tag den Nahost-Krieg erfolgreich zu beenden.