Wir werden eine KI-Agenda auf den Weg bringen, die alle schulischen Themenfelder mit Bezug zu KI umfasst. Dabei sollen auch Auswirkungen der KI auf die Prüfungskultur oder das individuelle Lernen an den Schulen in den Blick genommen werden. So steht es im Koalitionsvertrag der neuen grün-schwarzen Landesregierung von Baden-Württemberg. Der Satz klingt innovativ. Er impliziert, dass die Regierung weiß, dass es die KI gibt und dass sie in der Schule eine Rolle spielt. Das Wort „Agenda“ verspricht die Vorlage einer strukturierten Handlungsanweisung für die Schulen im Umgang mit der digitalen Intelligenz. Es werden zwei Bereiche genannt, in denen sie „auch“ eine Rolle spielt: die Prüfungen, gemeint sind wohl die Abschlussprüfungen, und das selbstständige Lernen des Einzelnen. Man könnte sich noch andere Aspekte vorstellen: die Hausaufgaben, die Klassenarbeiten, die Notenfindung, das Erarbeiten neuer Lerninhalte, die Gruppenarbeiten …Etwas vage klingt, wie die neue Regierung diese Agenda ins Werk setzen will. Das Ganze soll „auf den Weg gebracht werden“, was doch wohl heißt, dass man über erste Ansätze nicht hinauskommen wird. Auch sollen die „Auswirkungen“ der KI „“in den Blick genommen werden“. Da hätte man sich mehr gewünscht. Im Blick ist das Thema schon lange, aber was soll aus dem Blick werden? Welche Vorgaben wird die Regierung den Schulen und ihrem Personal machen, welche Anregungen und Hilfen beim Umgang mit der KI dürfen die Lehrkräfte erwarten? Welche Fortbildung wird es dazu geben? Wird man das Schulgesetz und die rechtlichen Bestimmungen, vor allem die Notenverordnung, der neuen Situation anpassen? Damit, dass man einige im ZSL mit dem Thema KI beschäftigt, ist für die Schulpraxis noch nichts gewonnen.