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Verspielte Energiezukunft

Vor mir liegt ein engagiertes Buch gegen einen bedrohlichen Trend: Claudia Kemfert: Kurzschluss, erschienen 2026 im Campus-Verlag. Während allenthalben die Rückkehr zu den fossilen Brennstoffen befördert wird und es sich vor allem die jetzige Bundesregierung angelegen sein lässt, die Transformation zu bremsen, kämpft Claudia Kemfert für eine mutige Abkehr von jenen Energien, die nicht nur dem Klima schaden, sondern auch künftig sehr viel Geld kosten. Die wichtigste deutsche Wissenschaftlerin für Energie- und Klimaökonomie, wie sie genannt wird, sieht die Hauptgegner der Energiewende in jenen Kreisen, die bewusst oder in fahrlässiger Unkenntnis falsche Behauptungen in die Welt setzen. Sie entlarvt die Fadenscheinigkeit des Begriffs „Technologieoffenheit“, wendet sich gegen die wirtschaftliche Idiotie einer Rückkehr zur Kernkraft und geißelt die Behauptung, Deutschland drohe ein Blackout. Das Gegenteil sei richtig. Deutschland produziere eher zu viel Energie und wisse manchmal nicht, wohin damit. Dabei gebe es bereits ausgereifte Methoden der Energiespeicherung, die aber zu wenig gefördert würden. Stattdessen subventioniere man weiterhin die fossilen Energien, z. B. durch zu niedrige oder gar keine Steuern auf Diesel oder Kerosin. Kemfert geht mit der aktuellen Politik streng ins Gericht. Man lasse die Hausbesitzer in der Heizungsfrage unter dem Vorwand, ihnen nichts vorschreiben zu wollen, in eine Kostenfalle rennen, und man verschweige ihnen, dass sie ihre Immobilie energetisch sanieren müssen, wenn sie deren Wert erhalten wollen. Wer sich angesichts der aktuellen weltpolitischen Ereignisse und der immer teurer werdenden Abhängigkeit von Öl und Gas über Alternativen informieren will, dem sei dieses Buch empfohlen. Sein Untertitel lautet: Wie wir unsere Energiezukunft verspielen.

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