Kategorien
Gesellschaft Politik Reformen

Ungeliebte Politikgarde

Diverse Medien ergehen sich in heuchlerisch anteilnehmenden Kommentaren zum demoskopischen Desaster der jetzigen Bundesregierung. Die ist unbeliebt, noch unbeliebter als die Ampel kurz vor ihrem unnötigen Ende. Aber wen wundert’s? Haben doch besagte Medien ihr gerüttelt Maß zum Zerfall der Zustimmung beigetragen. Auch die Wähler natürlich, denn sie reagieren auf jede Aktion der Regierenden mit Liebesentzug. Die Folge: Man traut sich bei Schwarz-Rot nichts mehr, denn jede Entscheidung frustriert einen Teil des Publikums. Und dann flüchtet man sich in populistische Liebesgaben. Statt den Menschen zu sagen, dass die Spritpreise wegen Ereignissen außerhalb Deutschlands steigen (Trump, Putin, die iranischen Mullahs zum Beispiel), beschließt man einen Zuschuss, der nur zum Teil „bei den Menschen“ ankommt, ansonsten aber die überquellenden Taschen der Konzerne füllt. Und jetzt auch noch das 1000-Euro-Geschenk, das im Bundesrat durchgefallen ist. Gewiss, es gibt welche, einzelne Menschen, verschiedene Berufsgruppen und Unternehmen, die unter der Teuerung leiden. Aber ihnen gezielt zu helfen, wäre billiger, wenn auch administrativ mühsamer. Die Politik regiert fehlerhaft, weil sie Angst hat, Fehler zu machen. Alle möchten „ihr Profil“ nicht verlieren und verlieren die Wähler. Es mangelt an Visionen, weil der ständige Blick auf die Demoskopie die Augen ins Flattern bringt. Es gibt keinen großen Plan, weil man sich im Kleinklein des Alltags verheddert. Politik wird nicht mehr erklärt, sondern zerredet. Man schaut nicht darauf, was Deutschland nottut, sondern schielt auf die Umfragewerte einer Partei, die keinen Plan hat, aber gerade deshalb in der Gunst der Wählenden steigt. Wer ängstlich nach links und rechts schielt, bekommt einen verzerrten Eindruck der Realität. Mein Rat: Entwickelt große Entwürfe, erklärt sie selbstbewusst und setzt sie mutig um. Und wenn ihr dann nicht mehr gewählt werdet, was ich nicht glaube, dann habt ihr euch wenigstens um Deutschland verdient gemacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.