Wenn Autos unterwegs sind, geraten sie in Staus. Das erfährt man im Radio nach dem Ende des Nachrichtenteils und vor dem Wetterbericht. Aber auch wenn Autos stehen, man nennt das „Parken“, gibt es Probleme. Es fehlt an Platz. Den gäbe es, wenn jemand nur dann ein Auto haben dürfte, wenn er einen Parkplatz nachweisen könnte. Doch dann bleiben noch die Plätze für Besucher als Problem. Vor allem an den Wochenenden können sie oft nur im Verbotenen parken. Das gilt für unser Wohnviertel in Sindelfingen, aber wahrscheinlich auch anderswo. Für den Mathematikunterricht ergeben sich dadurch interessante Aufgaben. Wenn es in einem Gebiet x öffentliche Parkplätze gibt und y Autos parken wollen, welche Fälle muss man dann unterscheiden? Wenn x größer ist als y, gibt es kein Problem, wenn x gleich y ist, entsteht das Problem, dass die Besucher die letzten noch freien Plätze finden. Wenn y größer als ist, dann stehen y minus x Autos in einer Verbotszone. Wenn jeder einen Strafzettel über sagen wir mal 40 € bekommt, wie hoch sind die Einnahmen für die Stadtkasse an einem Wochenende und hochgerechnet auf das ganze Jahr? Manche denken vielleicht, man müsste die Zahl der Parkplätze erhöhen und freie Wiesen dafür umwidmen. Das könnte man machen, aber wo sollen dann die Hunde ihre Notdurft verrichten? Eine andere Lösung wäre: weniger Autos. Aber wie soll man das machen? Den Autobauern eine Obergrenze vorschreiben? Für jedes neue Auto zwei aus dem Verkehr ziehen? Pro Familie nur ein Auto zulassen? Aber das wäre ungerecht gegenüber den Kinderreichen. Überhaupt ergäbe sich aus der Zwangsbewirtschaftung ein weiteres Problem: Man müsste eine neue Verwaltung aufbauen, also die Bürokratisierung der Gesellschaft weiter vorantreiben. Das will man auch nicht. Häckerling schlägt vor, Autos durch kleine Personendrohnen zu ersetzen, die man im eigenen Garten oder auf dem Flachdach des Hauses oder am Wochenende auf den Schulhöfen zwischenlagert und nach Bedarf mit dem Handy aktiviert. Aber möglicherweise wird dann der Platz in der Luft knapp.
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