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Kostbare Spiele

Damit das gleich klar ist: Häckerling hält den Fußball für einen attraktiven Sport. Er regt die Kleinen zum Kicken auf der Straße an, bewahrt Jugendliche im Verein vor Dummheiten und ist auch in seiner Profi-Variante unterhaltsam. Ich habe auch nichts gegen Wettkämpfe, muss allerdings zugeben, bei den europäischen Wettbewerben den Überblick verloren zu haben. Worin sich Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und olympische Spiele unterscheiden, vermag ich nachzuvollziehen. Die Fußball-WM fand einst in einem Land statt. Heuer erstreckt sie sich über zwei Kontinente. Die Mannschaften fliegen tausende von Kilometer, um von einem Spielort (in Kanada) zum anderen (in Mexiko) zu gelangen. Auch der CO2-Ausstoß ist also weltmeisterlich. Früher gab es eine Vorrunde und eine Hauptrunde. Wer in der Vorrunde ausschied, durfte nach Hause. Das ist der deutschen Mannschaft bei den letzten beiden Weltmeisterschaften gelungen. Damit hat sie die Umweltbelastung aus deutscher Sicht gesenkt. In der Hauptrunde gab es vor dem Endspiel das Achtel- (mit 16), Viertel- (mit acht) und Halbfinale (mit vier Mannschaften). Wer verlor, schied aus. So ist das im Sport. Neu bei der WM 2026 ist das Sechzehntelfinale, an dem 32 (von ursprünglich 48) Teams beteiligt sind. So viele waren es früher zu Beginn der Vorrunde. Bei der nächsten WM 2030 werden vermutlich 64 Mannschaften dabei sein. Dann ließe sich ein Zweiunddreißigstel-Finale mit allen Mannschaften einrichten. Mein Vorschlag wäre, dann auf die Vorrunde zu verzichten. An jedem Spiel, es sind diesmal über 100, verdient der Weltfußballverband. Der Vermögenszuwachs der Funktionäre ist damit gesichert, auch deshalb, weil man die Eintrittspreise der Inflation angepasst hat. Leider ist der Zuschauerzuspruch nicht so, wie man sich das vorgestellt hat. Sind die Leute knauserig geworden, wollen sie keine 100 Dollar für ein Spiel zahlen, das doch immerhin (mit Pausen) fast drei Stunden dauern kann, sofern es erst im Elfmeterschießen entschieden wird? Für einen europäischen Fan kommen allerdings noch ein paar tausend Dollar dazu, wenn er den Hin- und Rückflug und zwei Tage im Hotel einrechnet. Manche sagen, das werde die teuerste WM aller Zeiten. Was für Miesmacher!

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