Man könnte an das täglich grüßende Murmeltier denken, wenn man die Berichte über den neuesten Bildungsbericht liest. Es hat sich nichts geändert. Die schulischen Leistungen sind wenig erhebend. Ein Viertel der Neuntklässler liegt unter dem Mindestlevel. Und es sind weiter die gleichen Herkünfte, die über das Bildungswohl des Kindes entscheiden. Die aus dem Milieu der Alleinerziehenden und der Migranten haben es besonders schwer. Ich weiß nicht, wie lange wir das schon wissen. Es heißt, die Kultusministerien würden sich anstrengen, aber dass sie sich Mühe gegeben haben, wird an keinerlei Erfolg messbar. Etwas bedeckt hält man sich mit der Ursachenforschung. Dass es in den Schulen immer schwieriger wird, gedeihliche Arbeitssituationen zu schaffen, wird nicht erwähnt. Es fehlt an der Erziehung und an der Bereitschaft der Kinder, sich anzustrengen. Woran das wohl liegt? Dazu kommt, dass der Zustand ihres sprachlichen Könnens beklagenswert ist. Viele sprechen nach der Kita-Zeit nur rudimentär Deutsch. Da fragt man sich schon, was in dieser wichtigen Phase an Sprachvermittlung geschehen ist. Offenbar wenig. Nun hat die Bundesbildungsministerin eine (uralte) Idee: Die Vierjährigen sollen einem verpflichtenden Sprachtest unterzogen werden. Man darf gespannt sein, ob sie das gegenüber den Ländern durchsetzen kann. Denn die müssten es machen. Es würde Geld und Personalressourcen benötigen. Aber die Länder gerieren sich gerne arm. Wenn der Bund nicht alles zahlt, wird es nichts mit dem Test. Nach seiner Durchführung wissen wir über den desolaten Sprachzustand der Kinder bestens Bescheid. Und was dann? Wie beheben wir die Defizite? Indem die Kitas das machen, wozu sie eh verpflichtet sind: die Kinder sprachlich zu fördern. Dann mal los!