Wieder einmal wurden wir überrascht. Diesmal ist es eine bewaffnete Drohne über dem Flughafen in Leipzig, die uns in Angst und Schrecken versetzt hat. Wikipedia weiß, dass es militärisch genutzte unbemannte Flugobjekte schon mehr als 100 Jahre gibt. Seit Beginn des Kalten Krieges Ende der 1940er Jahre seien sie häufig im Einsatz. Im Ukraine-Krieg sind sie, wie man hört, täglich unterwegs. Deutschland will sich nun anstrengen, bei der Produktion und Abwehr von Drohnen nicht ganz ins Hintertreffen zu gelangen. Das ist löblich, gehört doch der Schutz der Bevölkerung vor Gefahren dieser Art zu den Hoheitsaufgaben des Staates. Haben wir die Drohnensache bisher nicht ernst genommen? Wahrscheinlich hat uns auch hier der löbliche Nachkriegs-Pazifismus am Ernstnehmen der neuen Waffe gehindert. Aber vielleicht schaffen wir es ja, die technischen Möglichkeiten zu entwickeln, Drohnen rechtzeitig zu erkennen und – wenn sie als bewaffnet oder spionierend identifiziert wurden – sogar unschädlich zu machen. Ob allerdings die in den Nachrichten gezeigte Drohnenabwehr per Fischernetz auf die Dauer als Lösung ausreicht, wird von manchen bezweifelt. Ein anderes großes deutsches Problem harrt auch der Lösung: die Klärung der Zuständigkeit. Die Bundeswehr darf wohl nicht tätig werden, die Bundespolizei sicher auch nicht, denn solche Aufgaben sind Ländersache. Aber wir in Baden-Württemberg haben mit der neuen Regierung zwar wieder viele neue und hochbezahlte Regierungsbeamte bekommen, aber darunter ist sicher kein „Drohnenbeauftragter“. Was für eine Chance zur Schaffung neuer Stellen! Im Grunde brauchen wir ein in BW ein eigenes Verteidigungsministerium. Häckerling schätzt, dass wir es bis zum Ende der Legislaturperiode, also etwa 2030, geschafft haben werden, eine schlagkräftige Drohnenabwehr aufgebaut zu haben. Das vermittelt ein schönes Gefühl der Sicherheit.
Monat: August 2026
Unvorbereitetes Land
Seit Jahren, seit Jahrzehnten gar wird vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Er scheint, allen Zweifeln zum Trotz, sogar einzutreten. Leider sind wir darauf nicht vorbereitet. Man dachte wohl, so schlimm werde es schon nicht kommen. Hitze? Dann soll man halt in den Schatten sitzen oder ins Freibad gehen. Dass es den im Krankenhaus Liegenden oder denen im Alters- und Pflegeheim nicht so leichtfällt, ins Kühle zu gehen, wenn ihre Zimmer sich aufheizen, dass sie mehr trinken sollen, es aber nicht tun, obwohl man es ihnen sagt, das sind Probleme, die man ausblenden kann. Alte und Kranke müssen eh sterben, tritt das ein paar Monate früher ein, ist das eben Pech. Nun kann man die Moribunden vergessen, aber was ist mit der Binnenschifffahrt? Sie hat zu wenig Wasser unterm Kiel, weil es – Überraschung! – zu wenig geregnet hat. Nun will man schnell die Fahrrinnen ausbaggern. Die Bahn freut sich über mehr Güterverkehr. Die Industrie jammert über höhere Kosten, aber die jammert ja immer. In den Schulen hat sich das Problem erledigt, denn es sind Ferien. Klimaanlagen statt Hitzefrei? Letzteres kostet weniger. Überhaupt: Diese ganze Umrüstung auf andere klimatische Bedingungen ist unbezahlbar. Dummerweise haben wir unsere Armee heruntergewirtschaftet, und nun kostet es ein Heidengeld, die defekten Waffensysteme zu erneuern. Häckerling vermutet, dass die Verantwortlichen, die in den Kommunen, den Ländern und im Bund, froh sind, dass sie Urlaub machen dürfen. Der nächste Winter kommt bestimmt. Dann haben wir das Thema Hitze schnell wieder vergessen.