Seit Jahren, seit Jahrzehnten gar wird vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Er scheint, allen Zweifeln zum Trotz, sogar einzutreten. Leider sind wir darauf nicht vorbereitet. Man dachte wohl, so schlimm werde es schon nicht kommen. Hitze? Dann soll man halt in den Schatten sitzen oder ins Freibad gehen. Dass es den im Krankenhaus Liegenden oder denen im Alters- und Pflegeheim nicht so leichtfällt, ins Kühle zu gehen, wenn ihre Zimmer sich aufheizen, dass sie mehr trinken sollen, es aber nicht tun, obwohl man es ihnen sagt, das sind Probleme, die man ausblenden kann. Alte und Kranke müssen eh sterben, tritt das ein paar Monate früher ein, ist das eben Pech. Nun kann man die Moribunden vergessen, aber was ist mit der Binnenschifffahrt? Sie hat zu wenig Wasser unterm Kiel, weil es – Überraschung! – zu wenig geregnet hat. Nun will man schnell die Fahrrinnen ausbaggern. Die Bahn freut sich über mehr Güterverkehr. Die Industrie jammert über höhere Kosten, aber die jammert ja immer. In den Schulen hat sich das Problem erledigt, denn es sind Ferien. Klimaanlagen statt Hitzefrei? Letzteres kostet weniger. Überhaupt: Diese ganze Umrüstung auf andere klimatische Bedingungen ist unbezahlbar. Dummerweise haben wir unsere Armee heruntergewirtschaftet, und nun kostet es ein Heidengeld, die defekten Waffensysteme zu erneuern. Häckerling vermutet, dass die Verantwortlichen, die in den Kommunen, den Ländern und im Bund, froh sind, dass sie Urlaub machen dürfen. Der nächste Winter kommt bestimmt. Dann haben wir das Thema Hitze schnell wieder vergessen.
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