Die Erhöhung der monatlichen Kosten für das Deutschland-Ticket ist mit 6 % fast maßvoll ausgefallen. Dennoch ist sie ein ungünstiges Signal. Während der Staat (Bund und Länder) in diesem Jahr über viereinhalb Milliarden Euro für eine geringfügige Senkung der Spritpreise ausgeben, ist ihnen das Deutschland-Ticket, das die Bürger zur Nutzung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs verführen soll, nur drei Milliarden Euro wert. Das heißt: Autos sind wichtiger als Busse und Bahnen. Die Umwelt und das Klima kümmern die Regierenden weniger als das Wohlbefinden der Ölkonzerne, der Autobauer und derer, die deren Produkte nutzen. Diese Erkenntnis ist nicht überraschend. Inzwischen ist es geradezu verpönt, über die Folgen des Klimawandels zu reden. Die AfD, obwohl nicht in der Regierung, hat die Köpfe schon so vergiftet, dass auch fast alle anderen Parteien das Thema meiden. So will man den Zuwachs der Blauen verhindern. Dass stattdessen der Zuwachs an CO2 nicht verhindert wird, nimmt man in Kauf. Ins Bild passt, dass man sich von der einst beschlossenen „Klimaneutralität“ still und heimlich verabschiedet, die Förderung der alternativen Energien zurückgefahren und jegliche Bemühung, die Bürger für das Thema „Änderung der Lebensgewohnheiten“ zu sensibilisieren, eingestellt hat. Hauptsache, die Bürgerinnen und Bürger haben weiter das Gefühl, dass alles gut ist, wenn es beim Alten bleibt, dass man sie nicht behelligt, ihnen nichts wegnimmt und sogar im Widerstand gegen Reformen bestärkt, schon gar nicht, wenn es um Reformen in Sachen Klima geht. So wird aus dem Zweifel an der Verantwortung der Verantwortlichen Verzweiflung.