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Drohende Drohnen

Wieder einmal wurden wir überrascht. Diesmal ist es eine bewaffnete Drohne über dem Flughafen in Leipzig, die uns in Angst und Schrecken versetzt hat. Wikipedia weiß, dass es militärisch genutzte unbemannte Flugobjekte schon mehr als 100 Jahre gibt. Seit Beginn des Kalten Krieges Ende der 1940er Jahre seien sie häufig im Einsatz. Im Ukraine-Krieg sind sie, wie man hört, täglich unterwegs. Deutschland will sich nun anstrengen, bei der Produktion und Abwehr von Drohnen nicht ganz ins Hintertreffen zu gelangen. Das ist löblich, gehört doch der Schutz der Bevölkerung vor Gefahren dieser Art zu den Hoheitsaufgaben des Staates. Haben wir die Drohnensache bisher nicht ernst genommen? Wahrscheinlich hat uns auch hier der löbliche Nachkriegs-Pazifismus am Ernstnehmen der neuen Waffe gehindert. Aber vielleicht schaffen wir es ja, die technischen Möglichkeiten zu entwickeln, Drohnen rechtzeitig zu erkennen und – wenn sie als bewaffnet oder spionierend identifiziert wurden – sogar unschädlich zu machen. Ob allerdings die in den Nachrichten gezeigte Drohnenabwehr per Fischernetz auf die Dauer als Lösung ausreicht, wird von manchen bezweifelt. Ein anderes großes deutsches Problem harrt auch der Lösung: die Klärung der Zuständigkeit. Die Bundeswehr darf wohl nicht tätig werden, die Bundespolizei sicher auch nicht, denn solche Aufgaben sind Ländersache. Aber wir in Baden-Württemberg haben mit der neuen Regierung zwar wieder viele neue und hochbezahlte Regierungsbeamte bekommen, aber darunter ist sicher kein „Drohnenbeauftragter“. Was für eine Chance zur Schaffung neuer Stellen! Im Grunde brauchen wir ein in BW ein eigenes Verteidigungsministerium. Häckerling schätzt, dass wir es bis zum Ende der Legislaturperiode, also etwa 2030, geschafft haben werden, eine schlagkräftige Drohnenabwehr aufgebaut zu haben. Das vermittelt ein schönes Gefühl der Sicherheit.

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Scheiternder Krieger

Der amerikanische Präsident hat dem deutschen Kanzler bescheinigt, er habe keine Ahnung. Gemeint ist: vom Iran-Krieg. Offenbar will Trump dem Merz auch nicht sagen, welche strategischen Finessen hinter seiner militärischen Aktion stecken. Er hat einen Plan, nur kennt ihn keiner. Sein Ziel ist es, das iranische Volk von der Mullah-Herrschaft zu befreien, ihm das versteckte Uran wegzunehmen und die Straße von Hormus freizumachen. Bis jetzt ist ihm nichts davon gelungen. Aber wie unser Kanzler haben auch wir keine Ahnung, welche Raffinnesse sich hinter dem Vorgehen Trumps verbergen. Eines Tages, wenn alle vorgenannten Ziele erreicht sind, werden wir uns in Ehrfurcht vor dem größten Feldherrn aller Zeiten verbeugen, ihm die Füße küssen und freiwillig hohe Zölle hinnehmen. Warum weiß Merz das nicht? Warum greift er den großen Amerikaner an, statt ihm wie der englische König nette Worte zu sagen und auf die Gemeinsamkeiten hinzuweisen? Wir alle machen uns ständig über Trump lustig und lassen es an Bewunderung fehlen. Das Dumme ist nur: Der Augenschein spricht gegen Trump, die Realität will sich seiner Genialität nicht fügen. Es sieht so aus, als scheitere er auf der ganzen Linie. Aber vielleicht sieht es nur so aus, vielleicht lullt er den Feind nur ein, um dann mit einem Schlag und an einem Tag den Nahost-Krieg erfolgreich zu beenden.

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Blasphemisches Gerede

Nun, nachdem er im Iran-Krieg einen Waffenstillstand erzwungen hat, wird sich der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika noch mehr als Friedensfürst sehen, der den gleichnamigen Nobelpreis verdient hat, und leider auch als einen von Gott der Welt gesandten Retter, um das Wort „Messias“ zu vermeiden. Seine Sprache habe sich in den letzten Tagen immer mehr der alttestamentlichen Prophetie angenähert, urteilt die Zeitung heute. Überhaupt kommen ihm religiöse Begriffe immer leichter über die Lippen. Da stellt sich die Frage: Ist das alles nur propagandistisches Getöse oder glaubt der Amerikaner wirklich, was er da über sich und seine gottähnliche Rolle sagt? Häckerling hofft für uns alle, dass Ersteres zutrifft, denn religiöse Eiferer sind das Letzte, was die Welt braucht. Wenn das ganze Kriegsgetue nur seine Popularität und die Chancen bei den nächsten Wahlen erhöhen soll, kann man das irgendwie einordnen – ohne es zu billigen. Wenn sich hier aber einer allen Ernstes als einen von Gott Erwählten sieht, dann steht es schlecht um die Menschheit. Was ein von der „Vorsehung“ auserkorener „Führer“ anrichten kann, wissen wir Deutschen aus der eigenen Geschichte. Deuten wir also das blasphemische Gerede des US-Präsidenten als raffinierten Schachzug im Kampf um die Stimmen der amerikanischen Frommen. Dann besteht die Hoffnung, dass er nach einem Sieg bei den Herbstwahlen wieder „normaler“ wird. Wenn nicht er sich selbst, so werden ihm dann hoffentlich seine Beraterinnen und Berater einen Rest an Rationalität verordnen.