Natürlich geht diese Überschrift gar nicht. Alles, was derzeit passiert, ist furchtbar ernst und ein Grund für große Besorgnis. Aber andererseits kann man den Auftritten des mächtigsten Mannes der Welt auch Humoristisches abgewinnen. Er füllt seine mächtige Rolle auf eine Weise aus, die den erfahrenen Comedian verrät. Er sagt etwas und alle blicken entsetzt. Darüber kann er sich köstlich amüsieren. Er verkündet Zölle, weidet sich an der Aufregung der Betroffenen, nimmt dann seine Ankündigungen ganz oder teilweise wieder zurück. Er will eine Insel haben und löst mit dieser Forderung eine Krise des mächtigsten Militärbündnisses der Welt aus. Das nötigt ihm ein Lächeln ab. Er hält einen Vortrag auf einem renommierten Forum. Darin preist er sich als den größten, erfolgreichsten und klügsten aller Politiker. Seine Zuhörer schauen betreten. Meint er das ernst? Will er uns provozieren oder nur auf den Arm nehmen? Seine Kunst besteht darin, die anderen im politischen Spiel zu verwirren. Aus der Verwirrung zieht er seine Vorteile. Er nennt sie Deals. Meistens verschaffen die ihm einen propagandistischen Vorteil oder – noch wichtiger – eine Steigerung seiner Einnahmen. Er ist Präsident geworden, weil es ihm Spaß macht, seinen Spaß dabei zu haben. Dabei fehlt es ihm nicht an Sadismus. Andere zu quälen, ihnen Angst einzuflößen, das bereitet ihm offenbar ein höllisches Vergnügen. Wenn wir nicht seine Opfer wären, könnten wir diesem politischen Unterhaltungsprogramm mit einem Lächeln im Gesicht zusehen.
Schlagwort: Trump
Was sind das bloß für Gestalten, in deren Händen das Geschick der Welt liegt? Bei der Klimakonferenz in Belem sind sie nicht bereit, einem Plan für den überfälligen Ausstieg aus der fossilen Energie zuzustimmen. Was schert sie die Zukunft der Menschheit? Es geht ihnen nur um die Zukunft ihrer Gewinne. Niederschmetternd ist auch, wenn man hört, dass in der Ukraine Menschen in hohen Ämtern Geld, das für die Energieversorgung des Landes bestimmt war, in die eigenen Taschen haben fließen lassen. Der Eigennutz ist offenbar auch hier größer als die Verantwortung gegenüber dem leidenden Volk. Und jüngst hat der US-Präsident einen neuen Friedensplan herausgehauen, der seinem Freund Putin signalisiert, dass wohl noch mehr zu holen ist. In der sonntagabendlichen Miosga-Talkshow rätselte man, welche Zeile der Trampler jenseits des Atlantiks verfolge. Es gehe ihm um sich, hieß es, um die Vermehrung seines Vermögens durch gute Geschäfte mit Russland, es gehe ihm wohl auch ein wenig um die Zustimmung der Menschen in den USA, denen die Ukraine egal ist, die wahrscheinlich nicht einmal wissen, wo dieses Land liegt, und es gehe ihm um weltweites Lob für seine Friedenstätigkeit. Die Hoffnung auf den Friedensnobelpreis dürfte ihn noch immer beflügeln. Dabei ist sein letzter Friedensplan, der für Gaza, noch keineswegs umgesetzt. Dort sterben noch immer Menschen und diesmal nicht von israelischer Hand. T wird ungeduldig mit den Füßen scharren, denn aus Gaza ließe sich eine ertragreiche Gegend mache, wenn man nur die Menschen dort anderswo unterbrächte. Aber dieses Problem werden T und sein Freund N auch noch lösen. Was die Ukraine angeht, so erhebt der amerikanische Präsident Anspruch auf die dort in der Erde lagernden wertvollen Rohstoffe und die eingefrorenen Gelder der russischen Milliardäre. Es zeigt sich, dass Tramps Friedensplan ein Finanzplan zu seinem eigenen Wohl ist. Was schert ihn das ukrainische Volk? Dem würde es doch unter der Herrschaft des russischen P gut gehen. Derzeit scharwenzeln die europäischen Staatenlenker um den Amerikaner herum, loben ihn über den Schellenkönig für sein Friedenswirken und hoffen wahrscheinlich auch insgeheim, wie sie möglichst billig aus der Ukraine-Sache herauskommen.
Großartiger Friedensstifter
Der Antrag ist gestellt. Der Kriegsfürst N hat das Nobelpreiskomitee davon in Kenntnis gesetzt, dass er den Präsidenten T für würdig hält, mit dem Friedensnobelpreis bedacht zu werden. Es steht zu vermuten, dass er das sogar ernst meint und nicht für einen satirischen Beitrag in einer ansonsten unterhaltungsarmen Nachrichtenzeit. Vorstellbar ist auch, dass die Zuständigen darüber nachdenken. Dabei werden sie zu dem Ergebnis kommen, dass es der Kandidat T immerhin erreicht hat, dass der Iran von weiteren Raketenangriffen auf Israel absieht. Das hat T aber nicht mit Friedensdiplomatie erreicht, sondern mit Bombenangriffen auf die iranische Atomindustrie. Wird er so auch den Ukraine-Krieg beenden? Man könnte sich ein paar Bomben auf die vorrückende russische Armee vorstellen, die den Machthaber P so beeindrucken, dass er seine Soldaten wieder nach Hause holt. Dann könnte die Ukraine von den Europäern wieder aufgebaut und wirtschaftlich genutzt werden. Im Nahen Osten ist auch noch einiges zu tun. Die US-Armee müsste die Verantwortlichen der Hamas aus ihren Verstecken holen und öffentlich hinrichten; dann wäre auch der Gaza-Streifen endlich befriedet und könnte zu einer touristisch attraktiven Gegend umgewandelt werden. Die Bewohner fänden als Personal in den Hotels und am Strand gutbezahlte Jobs. Wahrscheinlich wird der Peacemaker in Washington das bis zum Herbst geschafft haben. Dann steht der Vergabe des Nobelpreises nichts mehr im Wege. Skeptiker meinen allerdings, dass der Friedensstifter T an der Realität scheitern wird und nur große Worte sowie leere Versprechungen von ihm bleiben werden.