Unglaubliche Bankprognosen 2: BW-Bank zum Halbjahr 2009

Bei allem Kummer über die geringen Erträge von Geldanlagen ist es doch immer wieder erheiternd, die Verlautbarungen der Banken zu lesen. Auch der neueste Bericht der BW-Bank („Marktanalyse Halbjahr 2009“) bietet dem sprachsensiblen Kunden allerlei Bedenkenswertes.

Dort wird mit Freude eine abnehmende „Risikoaversion“ registriert und die „Rückkehr des Risikoappetits“ beobachtet. Offenbar waren manche Anleger schon ziemlich ausgehungert. In diesem Zusand schmeckte ihnen anscheinend so gut wie alles. Sie griffen sogar „auf dem überverkauften Niveau zu“, diese Schnäppchenjäger.

Trotzdem: Es sind „neue fundamentale Impulse notwendig“. Das sich vorzustellen übersteigt des Laien Imaginationskraft: ein fundamentaler Impuls – da muss es sich um eine Art ökonomisches Erdbeben handeln, sonst kommt das Fundament nicht in Schwung. Zumal, wie wir lesen, die Perspektiven „eher verhalten“ sind. Gemeint ist wohl: Man sieht aus dieser Perspektive so gut wie nichts, hat also auch keine. Kein Wunder angesichts der Feststellung der Banker, wir hätten im zweiten Halbjahr 2009 eher „eine seitwärts gerichtete Entwicklung“ zu erwarten. Das heißt doch wohl: keine, denn seitwärts ist nicht nach oben.

Und so müssen wir wohl auch die weiteren Prognosen deuten: Der Abwärtstrend bei den Gewinnschätzungen habe an Tempo verloren, erfahren wir. Es geht also immer noch abwärts, wenn auch langsamer. Doch Bankleute sind erfahrene Optimisten. Daher schließen sie ihren Bericht mit der Hoffnung, dass dieser „positive Trend“ (gemeint ist der verlangsamte Abwärtstrend) bestätigt werde. Das sei allerdings nicht sicher. Man kann also auch einen wieder beschleunigten Abwärtstrend nicht ausschließen.

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