Ärgerliche Eltern

Manchmal gehen die Eltern der Schule auf die Nerven, jüngst sogar der Kultusministerin Eisenmann. Sie klaget: Manche Eltern mischten sich einerseits zu sehr in den Schulalltag ein, andere kämen ihren Pflichten nicht nach. Zu denen gehöre (oder besser im Indikativ: gehört) es, ihrem Kind das Schwimmen beizubringen oder im Rahmen von Schwimmkursen der Vereine beibringen zu lassen. Stattdessen erwarte man von den Sportlehrern, dass sie sich dieser Aufgabe annähmen. Das aber sei eine Illusion. Die Schule könne nur das Schwimmen üben, fürs Schwimmenlernen seien die Eltern zuständig. Nicht zuständig hingegen seien die Eltern für Zubringerdienste. Allenthalben werden die „Elterntaxis“ gegeißelt. Offenbar sehen die Väter und Mütter die Gefahren des Schulwegs so dramatisch, dass sie ihr Kind am liebsten direkt vor der Schultüre aus dem Auto steigen lassen. Ein paar hundert Meter Fußweg mit dem schweren Schulranzen auf dem Rücken und dann noch entlang einer Verkehrsstraße: unzumutbar. Die Eltern erzeugten mit ihrem penetranten Dienst an den eigenen Kindern gefährliche Situationen für andere. Sie sollten ihren Schulkinder-Auto-Service einstellen. Aber wie ändert man elterliche Verhaltensweisen? Mit Appellen? Mit Bußgeldern?

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Alltägliche Nachrichten

Was macht den 28. März zu einem besonderen Tag? Eigentlich nichts. Der morgendliche Blick in die Zeitung kündet vom alltäglichen Wahnsinn Deutschlands und der Welt. Es hat Tote bei verschiedenen Unfällen gegeben, in Afrika leiden Hunderttausende an den Folgen einer Naturkatastrophe, Europa will keine afrikanischen Flüchtlinge mehr aus dem Mittelmeer retten, sondern nur deren Ertrinken aus der Luft beobachten, der Chef der hiesigen Katholiken bekräftigt, dass es auch künftig kein gemeinsames Abendmahl mit den Evangelischen geben darf (eine angesichts gehäufter Missbrauchsfällen in besagter Kirche relativ arrogante Haltung), der grüne Oberbürgermeister von Stuttgart hat sich die Finger bei einem Klinikskandal schmutzig gemacht (mit dem Aufklären hat er es nicht so), die Suche der Bundesregierung nach einem Verkehrskonzept angesichts des Klimawandels ist bisher ohne Ergebnis geblieben (die Autolobby – oder das Auto? – hat uns offenbar voll im Griff), einige Schülerinnen und Schüler werden auch morgen wieder des Klimas wegen auf die Straße gehen (Proteste ändern nichts, nur Taten, findet Häckerling, aber die Proteste sollen ja zu Taten – von wem? – führen), Großbritannien findet immer noch keine Lösung für seinen Austritt aus der Europäischen Union (sollen sie doch drinbleiben), ein Viertel der Kinder hierzulande ist chronisch krank (wer ist eigentlich dafür verantwortlich?), der Gesundheitsminister will sich um die Pflege kümmern (gut so!) usw.

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Ungeliebte Verbote

Empörte Diskriminierungsbeschuldigungen in der heutigen Zeitung. Da hat es doch tatsächlich eine Schule gewagt, den Kindern Kleidungsvorschriften zu machen („keine Jogginghosen mehr“) und ein Café verzichtet auf Mütter mit kleinen Kindern („zu laut“). Dürfen die das? Sie dürfen. Schulen können sich auf ihren Erziehungsauftrag berufen, Gaststätten auf das Hausrecht. Es ist kein neues Problem. Schon in den Tagen des Petticoats gab es besorgte Schulleiter (Gefährdung der männlichen Mitschüler“). Landesweit bekannt ist das Turnschuhverbot eines Herrenberger Schulleiters („Würde der Prüfung“). Der Versuch, die Kleiderordnung der Zöglinge zu reglementieren, wird in der Regel mit wenig Zustimmung und viel Ablehnung quittiert. Man sieht darin eine üble Form der Freiheitsbeschränkung. Vielleicht sind die Kinder arm und können sich keine Markenklamotten leisten. Vielleicht es ja morgen schon schick, so aufzutreten. Hat die Kleidung der Kinder überhaupt einen Einfluss auf den Schulerfolg? Müssen nicht Besucher eines gastronomischen Betriebs die anderen Gäste aushalten, auch wenn sie laut sind, widerlich essen, unangepasst angezogen sind und ihre Kinder nicht im Griff haben? Man ist hin- und hergerissen zwischen den Zielen individuelle Freiheit und Anstand. Es gab eine Zeit, in der es manchen Lehrkräften an ordentlichem Auftreten mangelte. Man wollte mit Kleidung und schlechtem Benehmen provozieren. Damals wurde von Schulleitern gefordert, sich um das Outfit und das Auftreten ihrer Junglehrer zu kümmern. Doch allgemeine Verbote provozierten ausufernde Grundsatzdebatten, erfolgreicher waren Einzelgespräche („Ist Ihnen klar, welchen Eindruck Sie machen?“). Vielleicht würde sie auch beim Jogging-Problem Erfolg haben („Willst du zum Gespött werden?“) oder bei der Bändigung ungezogener Kinder („Andere Gäste haben sich beschwert.“)

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