„Wir fordern neben der inhaltlichen eine ideologiekritische Überarbeitung des Bildungsplans von 2016. Die Bildungsinstitutionen dürfen nicht zur ideologischen Indoktrination unserer Kinder eingesetzt werden.“ So lautet ein zentraler Satz im Landtagswahlprogramm der AfD für Baden-Württemberg. Gegen eine Überarbeitung des in die Jahre gekommenen Bildungsplans kann man nichts einwenden. In welcher Weise dies geschehen soll, bleibt allerdings unklar. Es sollen die „Inhalte“ überarbeitet werden. In welcher Hinsicht? Sollen weniger Inhalte vorgegeben werden, was soll wegfallen, was hinzukommen? Etwas deutlicher ist das zweite Adjektiv. Die Überarbeitung soll „ideologiekritisch“ sein. Das heißt: Im Bildungsplan steckt Ideologie, die muss raus. Aber welche Ideologie ist gemeint? Vielleicht ist zu viel Linkes drin? Oder zu deutlich Grünes wie diese Klimasachen? Oder geht es um die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit? Wird die Zeit zwischen 1933 und 1945 zu ideologisch dargestellt, etwa in der Frage der Kriegsschuld oder beim Holocaust? Das alles verrät das Programm der Blauen nicht. Es unterstellt nur. Dass die Bildungsinstitutionen „nicht zur ideologischen Indoktrination“ eingesetzt werden dürfen, ist ein Satz, der impliziert, dass derlei zurzeit geschieht und dass die AfD das verhindern will. Ansonsten bleibt völlig unklar, was gemeint ist. Es ist wie immer bei dieser Partei: Sie verzichtet auf klare Aussagen, damit man sie nicht damit konfrontieren kann. Wahrscheinlich muss man so diffus formulieren, wenn man unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes steht.
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Gelesenes Programm
Bei ihren TV-Auftritten fordert die Kandidatin der Alternativen ihr Gegenüber immer wieder auf, das „Programm“ ihrer Partei zu lesen. Auf der „Heimseite“ (Deutscher sprich Deutsch) findet man etliche Texte: kurze, längere und sehr lange. Hier ein Auszug aus dem kurzen: Die EU hat sich zu einem zentralistischen System entwickelt, das demokratische Prinzipien untergräbt und nationale Souveränität einschränkt – eine Rückkehr zu einem Staatenbund souveräner Nationen mit klaren Grenzen ist dringend erforderlich. Der «Green Deal», die Euro-Transferunion und der geplante digitale Euro sowie der unersättliche bürokratische Apparat europäischer Behörden machen den Übergang der EU hin zu einer neu zu gründenden europäischen Wirtschafts- und Interessengemeinschaft notwendig. Im ersten Satz wirft man der EU vor, dass sie eine Union sei, die „nationale Souveränität einschränkt“. Täte sie das nicht, hätte sie keinen Sinn mehr. Die „Untergrabung“ der „demokratischen Prinzipien“ besteht für die Aefde darin, dass bestimmte Dinge nicht mehr in Berlin, sondern in Brüssel entschieden werden. Das ist aber keine „Untergrabung“, sondern eine Verlagerung. Der zweite Satz ist ein Monstrum. Sein Subjekt besteht aus 18 Wörtern. Das darin Genannte (Prädikat:) „macht (etwas) notwendig“, nämlich (es folgt ein Akkusativobjekt:) „den Übergang“ (es müsste wohl heißen: die Abschaffung) der EU und die Neuschaffung einer „Wirtschafts- und Interessengemeinschaft“. Aber, ist zu fragen, auch auf diese „Gemeinschaft“ müssten nationale Zuständigkeiten übertragen werden, sonst wäre sie keine. Will man das? Und diese Gemeinschaft müsste erst „neu gegründet“ werden, was viele Jahre dauern würde. Würde die EU inzwischen noch Bestand haben? Eher nicht. Und wie stellt man sich den Prozess der Entstehung einer solchen Gemeinschaft aus 27 Ländern vor? Recht verstanden will die Partei die Abschaffung der EU und die Rückkehr zu den Nationalstaaten. Ob das der deutschen Wirtschaft guttäte?
Aufgeregte Alternative
Wenn man neben dem reichsten Mann der Welt sitzt und von ihm eines Gesprächs auf einem x-beliebigen Kanal gewürdigt wird, da kann man schon in Aufregung geraten. Die höchste Alternative Deutschlands durfte in englischer Sprache ihre Gedanken offenbaren. Schon beim Parteiprogramm geriet sie etwas ins Straucheln, kein Wunder. Wie soll man das auf Englisch erklären, wenn man es schon auf Deutsch kaum versteht? Auch um den Mars ging es, denn dort möchte der Interviewer irgendwann seinen Zeitwohnsitz einrichten. Und dann sprachen sie auch noch über einen politischen Führer, die Deutschlands größte Alternative nicht mehr erlebt hat. Adolf Hitler sei ein Kommunist gewesen, erfuhr die staunende Öffentlichkeit. Warum hat sie ihn nicht als „den größten Feldherrn aller Zeiten“ bezeichnet? Denn so sah er sich selbst. Aber ein Kommunist? Da liegt vermutlich eine Verwechslung vor. Zeitgleich zum besagten Hitler lebte weiter östlich ein gewisser Stalin. Der war Kommunist. Was die beiden verbindet, ist ihre Art und Weise, wie sie ihre diktatorische Herrschaft aufrechterhalten haben: durch massenhafte Vernichtung ihrer Gegner. Was dem einen sein Gulag war dem andern sein Konzentrationslager. Warum Deutschlands größte Alternative aller Zeiten das nicht wusste? Sie hat in dem Interview bekundet, das deutsche Schulsystem sei schlecht. Für diese Behauptung hat sie den klaren Beweis angetreten.