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Beste Freunde

Der amerikanische Präsident muss in seinem Element sein. Er, der beste Deal-Maker der Weltgeschichte, zu Besuch bei einem anderen Großen der Welt, den er sogar seinen Freund nennen darf. Es wird T wurmen, dass X ein noch größeres Reich regiert, als es die Vereinigten Staaten bisher noch sind. Daher wird er nicht rasten und ruhen, bis er sich neben Grönland und Kuba auch noch Kanada einverleibt hat. Noch mehr allerdings dürfte ihn beunruhigen, dass China den USA bei der technologischen Entwicklung den Rang abläuft. Haben die doch tatsächlich bei den E-Autos und sogar bei der KI einen Vorsprung. Gerade deshalb sind ein paar gute Deals fällig. X könnte T helfen, den lästigen Krieg gegen den Iran gesichtswahrend zu beenden. Der würde dafür Taiwan drangeben, wenn den Chinesen so viel daran liegt. Dafür werden sie ihm sicher die dringend benötigten seltenen Erden zu einem Sonderpreis überlassen. Von Zöllen wird man künftig nicht mehr reden. Schon jetzt kann man das Schlussprotokoll formulieren: Es wird ein äußerst erfolgreicher Besuch gewesen sein, der zum Nutzen beider Länder sein wird. T wird X als großen Staatsmann würdigen und X sich zu freundlichen Bemerkungen über T durchringen. Wie gut, wenn sich die Welt in den Händen zweier so großartiger Staatsmänner weiß. Wir leben, so scheint es, in der besten aller Zeiten.

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Scheiternder Krieger

Der amerikanische Präsident hat dem deutschen Kanzler bescheinigt, er habe keine Ahnung. Gemeint ist: vom Iran-Krieg. Offenbar will Trump dem Merz auch nicht sagen, welche strategischen Finessen hinter seiner militärischen Aktion stecken. Er hat einen Plan, nur kennt ihn keiner. Sein Ziel ist es, das iranische Volk von der Mullah-Herrschaft zu befreien, ihm das versteckte Uran wegzunehmen und die Straße von Hormus freizumachen. Bis jetzt ist ihm nichts davon gelungen. Aber wie unser Kanzler haben auch wir keine Ahnung, welche Raffinnesse sich hinter dem Vorgehen Trumps verbergen. Eines Tages, wenn alle vorgenannten Ziele erreicht sind, werden wir uns in Ehrfurcht vor dem größten Feldherrn aller Zeiten verbeugen, ihm die Füße küssen und freiwillig hohe Zölle hinnehmen. Warum weiß Merz das nicht? Warum greift er den großen Amerikaner an, statt ihm wie der englische König nette Worte zu sagen und auf die Gemeinsamkeiten hinzuweisen? Wir alle machen uns ständig über Trump lustig und lassen es an Bewunderung fehlen. Das Dumme ist nur: Der Augenschein spricht gegen Trump, die Realität will sich seiner Genialität nicht fügen. Es sieht so aus, als scheitere er auf der ganzen Linie. Aber vielleicht sieht es nur so aus, vielleicht lullt er den Feind nur ein, um dann mit einem Schlag und an einem Tag den Nahost-Krieg erfolgreich zu beenden.

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Blasphemisches Gerede

Nun, nachdem er im Iran-Krieg einen Waffenstillstand erzwungen hat, wird sich der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika noch mehr als Friedensfürst sehen, der den gleichnamigen Nobelpreis verdient hat, und leider auch als einen von Gott der Welt gesandten Retter, um das Wort „Messias“ zu vermeiden. Seine Sprache habe sich in den letzten Tagen immer mehr der alttestamentlichen Prophetie angenähert, urteilt die Zeitung heute. Überhaupt kommen ihm religiöse Begriffe immer leichter über die Lippen. Da stellt sich die Frage: Ist das alles nur propagandistisches Getöse oder glaubt der Amerikaner wirklich, was er da über sich und seine gottähnliche Rolle sagt? Häckerling hofft für uns alle, dass Ersteres zutrifft, denn religiöse Eiferer sind das Letzte, was die Welt braucht. Wenn das ganze Kriegsgetue nur seine Popularität und die Chancen bei den nächsten Wahlen erhöhen soll, kann man das irgendwie einordnen – ohne es zu billigen. Wenn sich hier aber einer allen Ernstes als einen von Gott Erwählten sieht, dann steht es schlecht um die Menschheit. Was ein von der „Vorsehung“ auserkorener „Führer“ anrichten kann, wissen wir Deutschen aus der eigenen Geschichte. Deuten wir also das blasphemische Gerede des US-Präsidenten als raffinierten Schachzug im Kampf um die Stimmen der amerikanischen Frommen. Dann besteht die Hoffnung, dass er nach einem Sieg bei den Herbstwahlen wieder „normaler“ wird. Wenn nicht er sich selbst, so werden ihm dann hoffentlich seine Beraterinnen und Berater einen Rest an Rationalität verordnen.