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Entspannte Klimmzüge

Die unselige Versammlung von Kanzlerin und Ministerpräsidentinnen und -denten trifft sich heute mal wieder und arbeitet aufgelaufene Corona-Aufgaben ab. Als da wären: eine Alternative zum Inzidenzwert, eine Entscheidung, ob das Testen künftig was kosten soll, wie man die Impfbereitschaft erhöhen kann, wie es mit den Schulen weitergehen, wie es überhaupt weitergehen soll. Man muss nicht mit prophetischen Gaben gesegnet sein, um vorauszusagen, dass heute wenig Greifbares herauskommen wird. Denn wir stehen vor Wahlen, da weiß jeder politisch Tätige, dass man sich vor konkreten Aussagen hüten muss; es könnte ja jemand Anstoß nehmen und einem die Stimme verweigern. Vielleicht einigt man sich auf „Anreize“ fürs Impfen. Eine Bratwurst, notfalls als vegane Variante, wäre für manche schon eine Verführung zum Impfen, heißt es. Ein Thema der KMP allerdings wäre dringlicher als die Bratwurstfrage: der Klimawandel. Dazu haben wir gestern Dramatisches gehört. Es muss gehandelt werden, jetzt, sofort, unverzüglich. Aber zum Glück kann sich die politische Klasse entspannt zurücklehnen. Sie hat bereits beschlossen, Deutschland ab 2045 klimaneutral zu machen. Wann ist das? In 24 Jahren. Bis dahin wählen wir noch sechs Mal den Deutschen Bundestag. Was man also heute nicht besorgen will, lässt sich auf morgen und übermorgen verschieben. Inzwischen geben wir lieber Milliarden aus, um Klimafolgen wie heftige Überschwemmungen (aktuell in NRW und RP) zu reparieren. Das ist nicht falsch, aber viel Geld auszugeben statt zu handeln, das ist eine Devise, die uns nicht weiterbringt.

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Nachlassende Impfwilligkeit

Es war zu erwarten. Solange der Impfstoff knapp und die Zahlen hoch waren, beklagte man den Mangel und die Umständlichkeit, den Piks zu bekommen. Nun sinken die Zahlen und an Vakzinen mangelt es nicht mehr. Und prompt lässt die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, deutlich nach. Was ist daraus zu lernen? Man muss den Mangel kultivieren und die Angst aufrechterhalten: Zum Glück gibt es noch Delta. Leider haben wir das Pech, dass die Deutschen bei der EM früh ausgeschieden sind, Daher fehlen Ereignisse, bei denen Superspreader in Aktion treten könnten. Da haben die Briten es besser. Im Wembley-Stadion kann das Virus seiner Vermehrungslust ungehemmt nachkommen. Uns fehlen einfach Großveranstaltungen. Wer diese an schwarze Pädagogik erinnernden Maßnahmen scheut, muss auf andere Wege sinnen, die Menschen unter die Nadel zu bringen. Freibier scheidet aus, weil man nach der Impfung auf Alkohol verzichten soll. Aber wie wäre es mit Freikarten? Umsonst ins Restaurant (das Essen bezahlt der Staat), ins Kino, Theater oder zum Konzert – das wäre doch was. Überhaupt wäre Freiheit eines der besten Lockmittel. Jeder Geimpfte und Genesene bekommt einen Orden, einen Hecker-Hut (als Zeichen der Freiheit) oder ein Dokument aufs Smartphone, das ihn vom Dasein als Maskierter entbindet. Das hätte was, denn auch wenn manchen die Maske gut zu Gesicht steht, sie zu tragen ist eine Beeinträchtigung der Lebensqualität. Vielleicht kann man auch den ersten 10 Kommunen, die die 85 % als Ziel für die Herdenimmunität schaffen, einen Teil ihrer Schulden erlassen (der Staat zahlt). Leute, lasst euch was einfallen!

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Fortgesetzte Zahlenspiele

Noch immer gilt, was die Länderregierungen anordnen, noch immer sollen die sich an die März-Absprachen der MPK zur „Notbremse“ orientieren. Die betreffen auch die Schulen. Heute berichtet die Zeitung von Eltern, die ihre Kinder zur Schule geschickt haben. Sie wussten offenbar nicht, dass die bereits wieder geschlossen hatte. Es sieht so aus, als kämen die aktuellen Informationen und Regelungen nicht in allen Köpfen an. Eltern müssen sich täglich fragen: Ist mein Kind heute im Normalunterricht oder ist die Klasse geteilt? Und welcher Teil soll in der Schule sein und welcher zu Hause? In der derzeit gültigen Verordnung des Landes BW ist bis zu einer Inzidenz von 200 Regelunterricht. Liegt sie drüber, müssen die Kinder ganz zu Hause bleiben. Alle? Nein, die Abschlussklassen dürfen kommen. Und die Grundschüler? Vermutlich nicht. Gibt es eine Notfallbetreuung? Ja, bis Klasse 7. Wie erfahre ich die Inzidenz meines Landkreises? Durch einen Blick in die Zeitung oder aufs Smartphone. Was ist, wenn die Zahlen beider Quellen nicht übereinstimmen? Dann gilt, was der Landrat sagt. Wie erfahre ich das? Anrufen? Nein! Die Leitungen sind überlastet. Wenn die Inzidenz drei Tage unter 200 liegt, dürfen die Kinder wieder in die Schule. Das erfahren sie über ihr digitales Gerät, wenn sie eines haben. Im neuen Bundesgesetz zur Infektion wird die Zahl 200 durch 165 ersetzt. Gilt das schon? Nein. Wann gilt es? Wenn das Gesetz im Bundesgesetzblatt steht. Vorher muss es im Bundestag und im Bundesrat beschlossen und vom Bundespräsidenten unterschrieben werden. Wann wird das sein? Ende April. Was gilt vorher? Das, was die Länder verordnet haben. Eigentlich ist es ganz einfach.