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Teurer Bombenhagel

Man muss es sich leisten können, das Abwerfen Hunderter (oder sind es Tausender?) Bomben auf den Iran und den Libanon. Es erweckt den Eindruck, als wollten der amerikanische Präsident und sein israelischer Kampfgenosse zeigen, was sie alles haben und militärisch können. Niemand weiß so recht, was sie mit ihren Aktionen erreichen wollen. Nicht einmal unser Bundeskanzler, der eigentlich über Geheiminformationen verfügen müsste, kann sich aus dem Geschehen einen Reim machen. Was die Kriegshelden erreichen, ist indes klar: Sie haben das iranische Volk wieder mit dem Regime der Mullahs zusammengeschweißt, die Straße von Hormus verschlossen, die weltweite Inflation angeheizt und sogar die amerikanischen Wähler verunsichert. Ihr größter Präsident aller Zeiten ist zumindest nicht der größte Feldherr aller Zeiten. Aber ihm wird schon das Gefühl reichen, allen zu zeigen, dass sie nach seine Pfeife tanzen müssen, dass er über das Auf und Ab der Börsen gebietet, dass er Wirtschaftskrisen herbeiregieren kann und also in jeder Hinsicht mehr beachtet wird als sein Freund im Kreml. Der wird eifersüchtig auf die Erfolge seines Kumpels in Washington blicken. Sind wir von Irren umgeben?

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Spontane Kriege

Wer einen Krieg anfängt, ist überzeugt, dass er ihn gewinnt. Das glaubte Putin, als er die Ukraine angriff, das glaubt Trump im Hinblick auf den Iran. Dabei hatten ihn seine militärischen Ratgeber im Vorfeld gewarnt. Aber er hat auf die Fachleute nicht gehört. Nun stecken alle im Schlamassel, die Iraner natürlich, mit denen allerdings kaum jemand Mitleid hat, die Amerikaner, weil sie merken, dass die Sache nicht so einfach ist wie gedacht und überdies teuer, viele asiatische Staaten, denen plötzlich das Öl ausgegangen ist, die Europäer, die zwar nicht mit von der Kriegspartie sind, aber das Unternehmen über höhere Energiepreise mitfinanzieren, und die Israelis, die sich plötzlich in einem Zwei-Fronten-Krieg befinden. Wer einen Krieg anfängt, will am Ende nicht als Verlierer dastehen. Das zieht die Sache in die Länge, denn aufhören kann man nur dann, wenn man das Gesicht nicht verliert. Der Zweite Weltkrieg hat sechs Jahre gedauert, weil Deutschland zu spät kapituliert hat. Der Koreakrieg (1950 – 1953) hat nur deshalb „aufgehört“, weil er immer noch nicht zu Ende ist. Beide Koreas befinden sich immer noch im Kriegszustand. Der Krieg gegen die Ukraine geht weiter, weil Russland immer noch glaubt, ihn gewinnen zu können. Der Iran-Krieg wird aufhören, wenn beide Seiten ihr Pulver verschossen haben. Das kann dauern. Die Kollateralschäden werden wir alle bezahlen. Für den deutschen Kanzler hat es den Vorteil, dass er besser erklären kann, warum seine Wirtschaftspolitik keine Erfolge vorweist. Denn gegen „höhere Gewalt“ sind wir machtlos. Wie praktisch.

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Erfolglose Waffen

Wenn die Waffen nicht schweigen, sondern die ihnen eigene Sprache sprechen, ist zu prüfen, ob ihr Wirken das erreicht, was sich die Waffenverwender vorgestellt haben. Russland wollte im Februar 2022 mit seinen Waffen das Nachbarland okkupieren. Die Spezialoperation war vermutlich so gedacht, dass sich das Ziel in wenigen Wochen erreichen ließe. Ein Irrtum, wie sich nun zeigt. Das überfallene Land wehrt sich. Die militärische Operation des Imperators P ist zu einem Blutbad geworden mit vielen Opfern auf beiden Seiten. Ein Ende ist nicht abzusehen. Die Hamas wollte mit ihren Waffen am 7. Oktober 2023 dem Erzfeind Israel einen schweren Schlag versetzen. Das ist ihr gelungen, der Schlag saß. Aber nun gibt es seit eineinhalb Jahren einen Gegenschlag, der vor allem das von der Hamas regierte Volk trifft. Hunger und Tod prägen aktuell das Leben der Menschen dort. Die israelischen Waffen richten viel Unheil an, aber das Ziel des „Waffengangs“, die Hamas zu „vernichten“, werden sie nicht erreichen. Es ist mit Waffen nicht zu schaffen. Nun will Israel den Iran militärisch schwächen und sein Atomprogramm zerstören. Ersteres mag gelingen, Letzteres ist eine Utopie. Denn die Erfahrung lehrt: Mit Waffen lässt sich nicht alles erreichen. Das müsste allmählich auch in den Köpfen derer ankommen, die sie einsetzen. Wenn der Amerikaner T überhaupt etwas kapiert, was um ihn herum vorgeht, dann ist es dies: Kriege sind teuer und bringen am Ende nicht viel mehr als Tod und Zerstörung. Das war im Zweiten Weltkrieg so, in Korea und Vietnam, im Irak oder in Afghanistan. Damit will ich nicht sagen, man solle als Angegriffener alle Aggressionen demütig hinnehmen. Wer attackiert wird, hat das Recht, sich zu wehren, wenn es keine andere Lösung gibt, z. B. den Rechtsweg. Aber das Ziel von militärischen Aktionen ist nicht irgendein utopischer „Sieg“, sondern allenfalls die Voraussetzung für das Erreichen einer einigermaßen gerechten Lösung des Konflikts. Ich weiß, das ist leicht gesagt, aber schwer umzusetzen. Hätten wir eine starke UNO, die den Kämpfenden die Waffen aus der Hand nimmt, die Streitenden an den Verhandlungstisch zwingt und für eine gute Lösung sorgt, wäre die Welt weniger kriegerisch. Aber das ist leider auch eine Utopie.