Man könnte Herrn C von der A-Partei einen glücklichen Menschen nennen. Hat er doch den Sommer 2026 als einen „normalen“ erlebt. Es sei warm gewesen, aber das sei halt mal so in dieser Jahreszeit. Dass Flüsse wenig Wasser führen, komme ab und zu vor. Die Übersterblichkeit von 14000 hitzebedingten zusätzlichen Toten: Jeder muss mal sterben. Sein Fazit: Die Rede vom menschengmachten Klimawandel sei, sagt er, eine Propagandalüge der Regierung, um „den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen“. Herr C ist ein Leugner des Klimawandels. Jedenfalls habe er, falls es ihn doch gäbe, nichts mit den Menschen zu tun. Die ganzen Theorien über Veränderungen des Klimas sind in Cs Augen eine einzige Falschbehauptung. Seriöse Wissenschaftler und davon gebe es einige, bezweifelten die Ergebnisse der weltweiten Klimapanikmacher. Der Politiker C und seine A-Partei würden, sofern sie an die Macht kämen, alle Klimamaßnahmen rückgängig machen. Das spare viel Geld, das man der deutschen Bevölkerung weggenommen habe und ihr wieder zugutekommen lassen müsse. Zum Beispiel könnte man die Steuer auf die Energiekosten senken. Das würde die Wirtschaft ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen bzw. erhalten. Wenn man dann noch die Hilfen für die Ukraine stoppen würde, die einen unnötigen Krieg gegen Russland führe, wäre noch mehr Geld da. Wir wüssten bald nicht mehr, wohin damit. Ach, wie gut, dass die A-Partei Deutschland bald wieder zu alter wirtschaftlicher Größe führt. Warum einige aus der Industrie das nicht glauben, zeugt nur davon, dass diese Moserer keine Ahnung haben, wie genial die Politik der A-Partei ist.
Schlagwort: Klimawandel
Unvorbereitetes Land
Seit Jahren, seit Jahrzehnten gar wird vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Er scheint, allen Zweifeln zum Trotz, sogar einzutreten. Leider sind wir darauf nicht vorbereitet. Man dachte wohl, so schlimm werde es schon nicht kommen. Hitze? Dann soll man halt in den Schatten sitzen oder ins Freibad gehen. Dass es den im Krankenhaus Liegenden oder denen im Alters- und Pflegeheim nicht so leichtfällt, ins Kühle zu gehen, wenn ihre Zimmer sich aufheizen, dass sie mehr trinken sollen, es aber nicht tun, obwohl man es ihnen sagt, das sind Probleme, die man ausblenden kann. Alte und Kranke müssen eh sterben, tritt das ein paar Monate früher ein, ist das eben Pech. Nun kann man die Moribunden vergessen, aber was ist mit der Binnenschifffahrt? Sie hat zu wenig Wasser unterm Kiel, weil es – Überraschung! – zu wenig geregnet hat. Nun will man schnell die Fahrrinnen ausbaggern. Die Bahn freut sich über mehr Güterverkehr. Die Industrie jammert über höhere Kosten, aber die jammert ja immer. In den Schulen hat sich das Problem erledigt, denn es sind Ferien. Klimaanlagen statt Hitzefrei? Letzteres kostet weniger. Überhaupt: Diese ganze Umrüstung auf andere klimatische Bedingungen ist unbezahlbar. Dummerweise haben wir unsere Armee heruntergewirtschaftet, und nun kostet es ein Heidengeld, die defekten Waffensysteme zu erneuern. Häckerling vermutet, dass die Verantwortlichen, die in den Kommunen, den Ländern und im Bund, froh sind, dass sie Urlaub machen dürfen. Der nächste Winter kommt bestimmt. Dann haben wir das Thema Hitze schnell wieder vergessen.
Die Wirtschaftsministerin mit dem „viel“ versprechenden Namen wird inzwischen sogar von ihren eigenen Parteifreunden heftig kritisiert. Was hat sie getan, dass man ihre Entlassung fordert? Sie sträubt sich gegen Vorschläge, die Steuerzahler angesichts hoher Spritpreise zu entlasten. Der erste Vorschlag: deren Subventionierung, also eine verordnete Senkung der Preise. Das grenzt ans Absurde, denn der Spritpreis ist auch hoch, weil Treibstoff mit hohen Steuern belegt ist. Ist er hoch, wird weniger getankt und verbraucht. Das ist gut für das Klima und trägt der Knappheit der Ressource Rechnung. Ihn durch Zuschüsse zu senken, würde eine höhere Nachfrage bewirken und damit eine erneute Preissteigerung. Will man das wirklich? Der zweite Vorschlag: Abschöpfung der „Übergewinne“. Das hat man schon einmal versucht und sich dabei im Dschungel des Rechts verirrt. Strafverfahren mit Mineralkonzernen sind keine Hilfe für den Verbraucher. Der dritte Vorschlag, der auch Reiche eingefallen ist: Erhöhung der Pendlerpauschale. Das würde die eher Wohlhabenden begünstigen, denn je mehr jemand verdient, desto höher ist sein Steuersatz und desto höher wäre auch seine steuerliche Entlastung in gut einem Jahr, wenn der Steuerbescheid ergangen ist. Pendler könnten mit dem ÖPNV fahren oder Fahrgemeinschaften bilden oder ins Homeoffice gehen oder, wenn sie schon zum Arbeitsplatz fahren wollen oder müssen, ihre Freizeitfahrten einschränken. Der vierte Vorschlag: den wirklich Bedürftigen einen Sonderzuschuss gewähren. Die anderen brauchen keinen, auch wenn sie noch so jammern, „dass alles teurer wird“. Die Namen und Kontonummern der mutmaßlichen Empfänger einer solchen Zuwendung liegen den Behörden vor. Die Unterstützung derer, die es nötig haben, wäre die billigste Lösung und die wirkungsvollste, aber sie findet keinen Anklang, weil sie keine Wählerstimmen bringt. Soll man Reiche entlassen? Ja, aber nicht wegen der sinnfreien Energiekostendebatte, sondern wegen ihres Ignorierens der Klimafrage.