Überteuert – PISA und IT-Gipfel

Die drei Wörter der Überschrift haben eigentlich nichts miteinander zu tun, könnte man meinen. Haben sie aber doch, wenn man genauer hinschaut und Meldungen der heutigen Tageszeitungen im Blick hat. In der einen, den Stuttgarter Nachrichten lese ich (am 8.12.09) gleich auf der ersten Seite, dass Baden-Württemberg mit dem Ausstieg aus der PISA-Studie drohe, und in der anderen, der Stuttgarter Zeitung, sehe ich am Ende eine ganzseitige Anzeige mit der Mitteilung, dass sich „die Spitzenvertreter der deutschen IT-Wirtschaft … heute in Baden-Württemberg“ zum IT-Gipfel treffen.

Die Drohung mit dem PISA-Ausstieg wird vom Kultusminister damit begründet, dass man wissen möchte, „inwieweit unsere Reformmaßnahmen gewirkt haben“. Dieser Wunsch ist legitim und man müsste eigentlich annehmen, dass der Vergleichstest darüber Aussagen macht oder machen kann, wenn das Land es will. Aber ist das der einzige Grund für die Drohung? Könnte nicht ein zweiter, gewichtigerer Grund die Angst sein, dass sich aus der Studie 2009, die nächstes Jahr erschein, ergibt: Ihr habt in den letzten neun Jahren zu wenig getan, andere sind besser? Da wäre es doch besser, man wäre bei PISA gar nicht dabei. Oder liegt es, wie der Artikel nahelegt, einfach nur am Geld, an den 400.000 Euro, die das Land dafür zahlen muss, dass es mit anderen verglichen wird? Das fände Häckerling skandalös.

Da kommt nun der IT-Gipfel ins Spiel. Eine großartige Veranstaltung, gewiss, aber warum muss dafür vom Land trotz seiner Finanzprobleme auch noch eine ganzseitige Anzeige geschaltet werden? Die Zeitung wird sich über die Einnahme freuen, aber wenn man zur gleichen Zeit die PISA-Finanzierung infrage stellt, endet mein Verständnis für diese großzügige, teure Sanierungshilfe auf Staatskosten.
(Blog-Eintrag Nr. 119)

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