Abituraufgabendiebstahl

Es passiert immer mal wieder und es ist auch sehr verständlich, dass Abituraufgaben zum Gegenstand der Begierde werden, vor allem vor der Prüfung. Beim baden-württembergischen Abitur 2010 wurden Aufgaben aus einem schulischen Tresor geklaut. Auf die Nennung des Ortes sei hier aus Pietät verzichtet. Den Tresor konnte man offenbar leicht aufbrechen, denn wenn es eine große Mühe gewesen wäre, bliebe unverständlich, warum die Diebe nur deshalb eine so gewaltige Anstrengung unternommen haben, um die Aufgaben von Geschichte und Gemeinschaftskunde anzuschauen.

Wenn man den Tresor schon mal mit großer Mühe geknackt hat, wäre auch ein Blick auf andere Aufgaben, die von Mathematik oder der Sprachen zum Beispiel, sehr lohnend gewesen. Aber offenbar ließen die Täter diese (vor der Prüfung versiegelten) Umschläge links liegen. Und so muss das Ministerium nur die Blätter in Geschichte und Gemeinschaftskunde austauschen. Für solche Fälle hat man – aus Erfahrung klug – vorgesorgt: Es gibt immer eine Aufgabenreserve, auf die man rasch zurückgreifen kann.

Häckerling aber mutet das Ganze dennoch rätselhaft an. Vielleicht lagen die Umschläge gar nicht in einem Tresor, sondern nur herum. Und vielleicht war es gar kein richtiger Einbruch, sondern nur eine Fahrlässigkeit der Schulleitung. Die kommt immer mal wieder vor, sind doch die Rektoren, wie wir wissen, ständig überlastet.

(Blog-Eintrag Nr. 173)

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Ein Kommentar zu Abituraufgabendiebstahl

  1. Boris sagt:

    Das klingt auch sehr viel wahrscheinlicher, denn entweder lagen die anderen Umschläge nicht im Tresor, oder aber die Einbrecher haben die Umschäge der anderen Fächer gekonnt wieder versiegelt. Denn nur zwei Nebenfächer zu beäugen dürfte wie erwähnt kaum der Mühe wert sein.
    Schlimmer noch wäre, wenn alle geöffnet wurden, aber die Führung
    entschieden hat, dass alle Aufgaben auszuwechseln ein zu großer Aufwand wäre. So oder so, es passt nicht zusammen und lässt Böses ahnen.

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