Schäubles Offer-barung

Vielleicht wollte er ihn ja sowieso loshaben, den „Offer“, wie er ihn öffentlich nannte. Und da schien es ihm eine gute Idee zu sein, seinen Sprecher „vorzuführen“. Wie ein Zirkusbär musste der vor den Journalisten tanzen. Die hatten was zu lachen und der Schäuble auch, der lachte sein bekanntes spitzbübisches Lachen.

Nun hat Offer das Handtuch geworfen. Das war auch höchste Zeit nach dieser Demontage vor den Augen Hunderttausender Internetnutzer. Schäuble hat den Rücktritt angenommen, natürlich, er wollte es ja so. Ziel erreicht. Der Missliebige ist weg.

Darf man das als Minister so machen? Darf man in dieser Gehaltsklasse seinen Scherz mit Untergebenen treiben? Gilt für die politische Oberschicht nicht, was jeder andere Vorgesetzte zu achten hat – die Würde seiner Mitarbeiter?

Wahrscheinlich hatte Herr Offer einen Fehler gemacht. Wenn der Chef wünscht, dass Unterlagen verteilt sein müssen, dann müssen sie verteilt sein. Und wenn man es nicht rechtzeitig schafft, muss man dem Chef sagen, dass dem so ist.

Aber als Vorgesetzter darf man einen Mitarbeiter nicht öffentlich abkanzeln. Das macht man unter vier Augen. Und wenn man den Betreffenden loshaben will, sagt man es ihm auch – vertraulich, aber nicht auf öffentlicher Bühne. Offer hat einen Fehler gemacht. Schäuble einen noch größeren.

(Blog-Eintrag Nr. 227)

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2 Kommentare zu Schäubles Offer-barung

  1. buch leser sagt:

    Wer hat nicht im Fernsehen verfolgt, wie der Schäuble mit seinem Pressesprecher umgegangen ist. Für mich ist diese Schäuble mittlerweile untragbar. Als Minister hat man eine gewisse Vorbildfunktion, die auch Respekt und Anstand gegenüber anderen beinhaltet. Dieser dumme Spruch von Schäuble „hart gegen sich selbst und hart gegen andere“ ist meinen Augen nur dummes Zeugs und zeigt, dass dieser Mensch keine gute Kinderstube hatte. Ein Rücktritt von Schäuble ist überfällig.

  2. Tobi sagt:

    Die Show war unterirdisch. Vermutlich ist ja nur ein/e Praktikant/in mit dem Kopieren nicht fertig geworden. Ich verstehe nur nicht, dass immer noch Papier verteilt wird auf diesen Veranstaltungen – eine Internet-Adresse würde doch auch reichen. Die verbreitenen „Inhalte“ der Schäuble-Show sind den Wald nicht wert, der für sie sterben mussten. Der Herr Dr. Offer ist Beamter und wird sanft fallen, aber er ist ein für alle Mal nachhaltig geschädigt.

    Für Schäuble gilt hoffentlich bald: Rolling home…

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