Deutsch schafft sich ab

Der Minister (Diener) Ramsauer meint das. Er geht daher gegen Fremdwörter, vor allem Anglizismen (Wörter mit englischem Hintergrund), in „seinem Haus“ vor, dem „Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung“, also nicht für Sprachentwicklung. Ohne Druck, wie es heißt, oder nur mit dem sanften Druck der Empfehlung werde das Ziel umgesetzt. Weit ist der Herr Ramsauer damit allerdings noch nicht gekommen, wenn man einen Blick auf die Homepage (künftig „Heimseite“?) seines Hauses wirft.

Dort liest man allein auf dem „Deckblatt“ die folgenden Wörter: Energie, Klima, Konzept, Strategien, Effizienz, reduzieren, Aktuelles, Modell, Regionen, Elektromobilität, situationsbezogen, Interview, Pressefotos, Mediathek, Ordnung, Rubrik, Zentren, Publikationen, E-Mail, Zukunftstechnologien, Organigramm, Impressum.

Darunter sind – zugegeben – wenige Vokabeln (Wörter) mit einem englischen Hintergrund. Es dominieren (überwiegen) Ausdrücke, die auf das alte Griechisch oder Latein zurückgehen. Müssen wir daher annehmen, dass im Hause Ramsauer zwar alte Fremdwörter toleriert (geduldet) werden, neuere aber, solche aus Amerika zum Beispiel, nicht. Liegt hier ein Fall von Diskriminierung vor? Der Europäische Gerichtshof möge das doch bitte überprüfen.

Häckerling wird sich in die Phalanx (Schlachtreihe) der Kämpfer gegen englische Wörter einreihen, aber nicht vorne, bei der Avantgarde (in der vordersten Reihe), sondern allenfalls hinten, bei  der Arrière-Garde (der Nachhut). Seine Vision (Ziel) ist eine noch umfassendere: Deutschland soll ein klares, verständliches Deutsch reden und schreiben: im TV (Fernsehen), im Bundestag und in den Landtagen, in den Zeitungen, in seinen Gesetzen und überhaupt. Das geht, wenn man es will – oder kann. Dann jedenfalls wird die Abschaffung der deutschen Sprache noch eine Weile währen.

(Blog-Eintrag Nr. 242)

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