Die Sieger und der Bahnhof

Die Stuttgarter Zeitung von heute zerfliest vor Mitleid für die Wahlsieger vom Sonntag. Sie spricht von der „Bürde“, die der neuen Regierung auferlegt werde. In der Tat: Die Grünen müssen jetzt einen Weg aus dem Bahnhofsmilieu finden. Mit den Oben-Bleibern haben sie die Wahl gewonnen, aber nun müssen sie sie verprellen. Denn dieses Wahlversprechen dürfte nicht einzuhalten sein, schon wegen des zweiten Siegers vom Sonntag, der SPD.

Die war zunächst für „Stuttgart 21“, dann wollte sie ihre Zustimmung vom Votum „der Bürger“ abhängig machen. Und jetzt stellt sie fest, dass dies rechtlich nicht geht. Also zurück zum Ja oder lieber dem einstigen Nein der Grünen folgen? Man darf gespannt sein, was darüber im Koalitionsvertrag stehen wird.

Der Schreiber dieses Blogs hat im Herbst letzten Jahres geunkt, der unterirdische Bahnhof werde nicht gebaut. Nun unkt er, dass dies doch geschieht, denn nun hat Grün-Rot die Wahl erfolgreich bestanden und muss regieren. Als Opposition hätte sie das Projekt zum Scheitern bringen können, aber als Regierung ist sie „in der Verantwortung“. Das nützt dem Projekt. Denn die Kosten für den Ausstieg und die Umplanung würden so hoch sein, dass andere Wahlversprechen nicht mehr finanzierbar wären: kostenloser Kita-Besuch, Abschaffung der Studiengebühren, Einführung einer zehnklassigen Basis-Schule, wahlweise Wiedereinführung den neunjährigen Gymnasiums usw.

Wer „in der Verantwortung“ ist, muss sich überlegen, welches Wahlversprechen er bricht. Das ist allerdings eine Bürde. Die armen Sieger!

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Ein Kommentar zu Die Sieger und der Bahnhof

  1. Boris sagt:

    Zu beneiden sind sie nicht, das, wofür sie gewählt wurden, können sie
    nicht erfüllen, ohne dem Land schweren Schaden zuzufügen. Zumal CDU und
    SPD für S21 sind, und zusammen mehr als 50% der Stimmen haben. Dass die
    Grünen mit gerade mal 24% der Stimmen so tun, als würden sie für das
    ganze Land sprechen, zeigt, dass diese Demokratie ein schlechter Scherz ist.
    (oder dass sich die demokratischen Kräfte erst noch einpendeln müssen)

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