Politiker und ihre Zeit

Kaum ist sie in den Urlaub verschwunden, schon ist sie wieder da, die Kanzlerin. Ist sie erholt? Hat sie Zeit gehabt, über sich und ihre Arbeit nachzudenken? Konnte sie ein Buch lesen, spazieren gehen, ausschlafen? Fragen, die den Staatsbürger bewegen müssen, denn schließlich will er gut  regiert werden. Denn gute Arbeit hängt auch davon ab, dass es den arbeitenden Menschen gut geht. Darin vor allem sehe ich den Sinn von Gewerkschaften. Frau Merkel dürfte allerdings keiner Gewerkschaft angehören. Früher gab es mal eine, die sich um „Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr“ kümmerte. Zu der hätte sie gepasst.

Das Problem der Politik in diesen Zeiten ist, dass keiner sie so recht versteht. Aus den Medien strömen Bilder und Sätze auf uns ein, deren Zusammenhang sich nicht erschließen will. Wörter werden geboren und auf uns losgelassen, aber ein Sinn will sich nicht einstellen. Die Erklärung der Leerverkäufe in meiner Zeitung war unverständlich, die der Eurobonds kann es schon deshalb nicht sein, weil offenbar jeder etwas anderes darunter versteht.

Aber verstehen wenigstens die Politiker das, was sie tun und sagen? Woher haben sie die Zeit genommen, über ihre neuesten Ideen nachzudenken? Oder reden sie nur nach, was man ihnen auf einen Zettel geschrieben hat? Dann allerdings wären sie nur Marionetten – an wessen Faden?

Meine Forderung: Mehr Zeit für Politikerinnen und Politiker!

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Ein Kommentar zu Politiker und ihre Zeit

  1. Boris sagt:

    Wenn man bedenkt, dass die Kanzlerin zu allem Stellung nehmen muss, von Eurobonds bis Libyen, dann muss man schon den Hut vor ihr ziehen. Dazu kommt noch, dass man „Politiker“ ja nicht lernt und dafür Jahrzehnte ausgebildet wird, wie früher die Thronfolger. Dass unsere Kanzlerin trotz mangelndem Urlaub, und einer Welt, die sich selbst für einen Menschen der keine Entscheidungen für Millionen treffen muss, fast zu schnell dreht, wichtige Entscheidungen treffen muss, wird wohl allzu oft vergessen. Ruhe wird sie jedenfalls, so denke ich, auch im Urlaub und vielleicht sogar am Wochenende immer nur schwer finden. Ich schließe mich also der Forderung an, unsere Politiker brauchen weniger Pressekonferenzen und mehr Zeit, über das zu sagende nachzudenken.

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