Die Baden-Württemberger und das Hochdeutsch

Nun wollen sie also doch mit diesem unseligen Werbeslogan weitermachen, dass wir hier im Südwesten alles könnten außer Hochdeutsch. Dabei hatte ich die Hoffnung, dass die neue Regierung wenigstens mit diesem Unfug aufhören würde. Diese Hoffnung ist nun zuschanden.

Ob die diese Entscheidung Verantwortlichen an „ihren“ Ministerpräsident Kretschmann gedacht haben? Aber der kann Hochdeutsch, auch wenn, was er sagt, ein bisschen nach mundartlicher Färbung klingt. Aber die Sätze entsprechen durchaus dem vom Hochdeutschen Gebotenen.

Ich fühle mich durch diesen Werbespruch diskriminiert. Das zu sagen kommt mir zu, weil ich in Württemberg geboren und aufgewachsen bin und hier auch seit Jahrzehnten wohne. Denn mir ist es, wiesehr  vielen anderen hier, gegeben, Schwäbisch zu sprechen, wenn es angezeigt ist, und Hochdeutsch, wenn dies die Situation verlangt. Nun werden wir weiterhin zu Deppen gestempelt, die nicht in der Lage sind, sich zielgruppengerecht sprachlich zu artikulieren.

Dabei ist der andere, der erste Teil des Werbewortes noch schlimmer: Wer kann schon „alles“. Allmachtsfantasien sind den noch nicht schulpfllichtigen Kindern eigen. Sie bemerken ihre Grenzen aber noch früh genug. Aber genau dieses Infantile wird den Baden-Württembergern per Agentur und Regierung zugeschrieben. Das lehne ich ab. Ich weigere mich, zu dieser Sippschaft zu gehören.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Die Baden-Württemberger und das Hochdeutsch

  1. Boris sagt:

    Zugegeben, wir machen uns dümmer als wir sind. Hochdeutsch (oder zumindest
    verständliches fast akzentfreies Deutsch) sprechen sogar sehr viele
    Württemberger. Und dass wir alles können, halte ich auch für ein Gerücht
    (zum Beispiel können wir keinen Bahnhof bauen). Wir haben genügend Vorzüge
    (Erfindergeist, Arbeitswille), die man gut darstellen könnte, alles zu
    können sollte man sich nicht anmaßen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.