Die FDP und ihr Führungspersonal

Häckerlings Pflichtgefühl nötigt ihn, im gleichnamigen Blog Ereignisse zu kommentieren, die gestern und heute bereits auf allen Kanälen reichhaltige Resonanz gefunden haben. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihm etwas Neues dazu einfällt, eher gering.

Der Rücktritt des Generalsekretärs der FDP wird in der öffentlichen Diskussion zwiespältig gesehen: Fahnenflucht oder Konsequenz? Will er rechtzeitig vor der Bekanntgabe der (kropfunnötigen) Rettungsschirmbefragung die Segel streichen oder ist er mit dem Vorsitzenden so zerstritten, dass es kein gedeihliches Zusammenwirken mehr gab. Wahrscheinlich trifft beides zu, woraus ein biederes Parteimitglied wie ich nur den Schluss ziehen kann, dass es der Parteiführung an Professionalität gebricht. Die lernt man allerdings nur „mit der Zeit“, aber just an der nötigen Reifezeit scheint es der Generation der Dreißigjährigen offenbar gehörig zu mangeln.

Und wie geht es weiter? Zerbricht die schwarz-gelbe Koalition, weil eine stattliche Zahl von Mitgliedern – nach gültiger oder ungültiger Abstimmung – der Parteiführung die Gefolgschaft verweigert hat? Das ergäbe dann die von Lindner gewünscht neue „Dynamik“. Die bekäme man auch, wenn Rösler zurückträte und Brüderle ihn beerbte. Dynamik hatten wir uns allerdings schon vor Monaten erhofft, wir haben sie aber nicht bekommen.

Überlebt die FDP oder geht sie in den Piraten auf? Das wäre dann doch ein Verlust für Deutschland. Liberale Parteien werden gebraucht, also braucht man auch die FDP. Dazu muss sie allerdings deutlich machen, wofür sie steht, und das dürfen nicht nur Steuersenkungen oder Ablehnungsbescheide zu Rettungsaktionen für den Euro und die Staaten, die ihn haben, sein.

Der Verfasser ist gespannt, ob ihm noch die Medaille zur 50-jährigen Mitgliedschaft bei der FDP überreicht werden kann.

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