Stuttgart 21 und seine Demonstranten

Keine Frage: der Großteil der unermüdlichen Demonstrierer gegen den unterirdischen Stuttgarter Bahnhof sehen sich als friedliche und friedliebende Menschen und sind es wohl auch. Sie denken, sie meinen es gut und ehrlich. Wenn das so ist, dann dürfen sie ihren Willen selbstverständlich kundtun. Aber es ist auch keine Frage für einen Unbeteiligten und Nichtdemonstranten wie mich, dass die Dinge in Stuttgart aus dem Ruder laufen.

Da gab es vor ein paar Tagen zwei Brandanschläge („vorsätzliche Brandstiftungen“), einen im Bahntunnel bei der Baustelle und einen gegen die Rohre fürs Umleiten des Grundwassers. Sogar die Polizei sieht einen Zusammenhang zwischen diesen kriminellen Akten und dem Widerstand gegen das Bahnprojekt. Die Demonstranten wollen inzwischen auch, so war am Montag in der Zeitung zu lesen, nicht mehr nur demonstrieren, sondern andere, die es nicht tun, sondern anderes zu tun haben, an ihrem Tun hindern. Dabei kommt es zu „Rangeleien“.

Wenn die Polizei das Ende einer Demonstration anordnet, wird das ignoriert. Die Beamten müssen überdies hören, dass sie abhauen sollen. Wer bestimmt in diesem Staat eigentlich? Am Rosenmontag wurde unter dem Motto „Das Wunder der unbefleckten Erkenntnis“ demonstriert. Eine klare Aussage: Alle, die nicht mit uns auf die Straße gehen, sind arm im Geiste. Ein Plakat, das die Stuttgarter Zeitung am 20.2. auf Seite 17 abbildet und das die Veranstalter offenbar genehmigt haben, zeigt Politiker verschiedener Parteien und trägt die Unterschrift: „Hätten ihre Eltern bloß Kondome benutzt!“. Wenn ich das richtig verstehe, wird mit diesem Satz allen, die nicht gegen den neuen Bahnhof sind, das Lebensrecht abgesprochen.

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