Das Fernsehen und das Sommerloch

Es gibt seit Monaten wenig Neues zu sehen im Ersten und im Zweiten Deutschen Fernsehen; denn es ist Sommer. Alles, was zur besten Sendezeit geboten wird, trägt nicht die Jahreszahl 2012 als Entstehungsdatum, sondern stammt aus den Jahren davor, wurde also schon mindestens einmal ausgestrahlt. Das spare Kosten, heißt es, und im Sommer würden die Leute – oder soll man sagen: „die Menschen“? – selten vor dem Apparat sitzen. Da ist was dran. Viele grillen derzeit gerne zur Zeit des Abendprogramms. Man riecht es. Grillabstinente tun gut daran, die Fenster zu schließen.

Aber so ganz leuchtet die Argumentation der Öffentlich-Rechtlichen nicht ein. Denn sie senden ja durchaus auch Neues in diesen Wochen: Fußball oder olympische Berichte aus London, zum Beispiel. Diese Sendungen sind teuer, aber man zahlt die Millionen offenbar gerne, vermutlich mit den Einnahmen aus unseren Gebühren. Der Sport stopft das Sommerloch würdig und macht es unauffindbar. Offenbar sehen sich die Leute (oder die Menschen) das auch an, obwohl sie so gerne grillen.

Ich vermute allerdings, dass die Wiederholungen ins Programm kommen, damit sich die Quoten für den Fernsehsport deutlicher davon abheben. Statt den gleichen Tatort zum dritten Mal anzusehen, wirft man lieber einen Blick aufs blaue Hockeyfeld.

Fürs nächste Sommerloch schlage ich ein Experiment vor: Man sende zur Abwechslung mal Neues und teste, ob sich die Menschen dadurch vors Gerät locken lassen. Die Wiederholungen könnten dann ins Winterprogramm.

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