Lügenstatistik

Mit diesem starken Wort hat der Vorsitzende des Landeselternbeirats von BW das Kultusministerium gegeißelt. Es falle ständig Unterricht aus, die Statistiken würden geschönt, den Eltern zur Lehrerversorgung ein X für ein U vorgemacht. Obwohl Geld genug in der Staatskasse sei, stelle man zu wenig Lehrkräfte ein. Kein Wunder, dass es mit dem Land bildungsmäßig bergab gehe. Nun mag ich keinen Schulterschluss mit dem LEB vollziehen. Der steht mir ob seiner Grünlastigkeit politisch nicht besonders nahe. Einen Vorwurf allerdings, den man den Elternlobbyisten jetzt macht, möchte ich näher betrachten und korrigieren: Sie hätten ihre Vorwürfe nicht mit genauen Zahlen belegt. Wie könnten sie das auch? Genaue Zahlen über den aktuellen Unterrichtsausfall gibt es nicht. Gelegentliche Abfragen der Schulbehörde bei den Schulen sind kein Ersatz für eine moderne, zeitnahe Erhebung über die Situation in den Schulen. Trotz aller Fortschritte der Informationstechnik auch in der Schulverwaltung schafft man es nicht, den täglichen Abmangel in der Lehrerversorgung zu erheben. Es dürfte eigentlich kein Problem sein, die in den Schulen vorhandenen Daten täglich abzurufen, in einer Datenbank zu sammeln und per Mausklick auszuwerten. In den Supermärkten wissen sie in jedem Augenblick, wie viele Joghurts noch in den Regalen stehen. Das Ministerium für Kultus und Sport hingegen kann nur sporadisch Auskunft darüber geben, wie der Krankenstand an seinen Schulen ist.

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