Erforschter Unterrichtsausfall

Die Eltern wollen es endlich genauer wissen, wie es in den Gymnasien mit dem Ausfall von Unterricht steht. Sie lassen sich mit den runden Zahlen, die aus dem Ministerium kommen, nicht mehr abspeisen. Bekanntlich ist Statistik die genaue Summe ungenauer Angaben. Die ungenauen Zahlen kommen aus den Schulen. Aus ihnen bereitet das Ministerium eine genaue Mitteilung. Aber Unterrichtsausfall kann verschiedene Gründe haben: Krankheit einer Lehrkraft, Abwesenheit wegen der Teilnahme an einer außerunterrichtlichen Veranstaltung (Schullandheim, Studienfahrt, Exkursion, Schüleraustausch), Fehlen aus dienstlichen Gründen, zu denen auch Prüfungen oder Fortbildungen gehören, oder wegen einer Beurlaubung aus privatem Anlass (Todesfall in der Familie, Pflegenotstand). Die Gründe, warum Unterricht ausfällt, sind also unterschiedlich und auseinanderzuhalten. Aber auch die ausgefallene Stunde bedarf genauerer Betrachtung. Fällt sie ersatzlos aus? Wird sie zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt? Bekommt die Klasse für diese Stunde eine Aufsicht? Sitzt diese Aufsicht „nur“ im Raum, um die Ordnung zu sichern, oder müssen die Schüler Aufgaben erledigen? Entfällt die Stunde zugunsten eines anderen Fachs (Schreiben einer längeren Klassenarbeit) oder zum Ausgleich für eine Projektaufgabe, die außerhalb der Unterrichtszeit zu erledigen war? Jeder Fall ist anders zu bewerten. Differenzierung und Genauigkeit seitens der Schulen sind gefragt. Sie würden präzisere Angaben und eine intelligentere Statistik erzeugen. Das könnte auch verärgerte Eltern beruhigen.

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