Angekündigte Ankündigungen

Zu den Merkwürdigkeiten moderner Politik gehört das Ankündigen. Es sei am Beispiel der Plastikbekämpfung verdeutlicht. Nachdem seit Jahren bekannt ist, dass unsere Flüsse und Meere, die Böden und manche Tiere mit Plastik verseucht sind, es also höchste Zeit ist, etwas dagegen zu unternehmen, gibt es nun eine erste Ankündigung der europäischen Union zum Handeln. Man werde bestimmte Plastikgegenstände verbieten, heißt es, zum Beispiel das Trinkröhrchen aus Kunststoff und den Plastikteller. Nun muss die Administration ein Gesetz vorbereiten. Da sind alle Interessen unter einen Hut zu bringen, die der Hersteller, die auf den Verlust von Arbeitsplätzen hinweisen werden, und die derer, die Feste feiern und nun nicht mehr wissen, was sie anstelle der Plastikröhrchen zur Trinkerleichterung reichen sollen. Und worauf, bitte, soll man den Kartoffelsalat der Gäste servieren? Mein Tipp: Man kann aus Gläsern auch ganz normal trinken. Und ist eigentlich das Know-how zur Herstellung von Strohhalmen verloren gegangen? In grauer Vorzeit hat man von Porzellantellern gegessen, die man allerdings nach Gebrauch abspülen musste und nicht in die Landschaft werfen konnte. Dafür können sie mehrfach verwendet werden. Am Ende wird ein Gesetz entstehen, das viele Ausnahmen vom Verbot der Nutzung von Plastikröhrchen erlaubt. Nach der Ankündigung dieses Gesetzes wird es Proteste der Umweltverbände geben. Man wird den Gesetzentwurf überarbeiten und dann seine Beratung im Europaparlament ankündigen. 2022 dürfte es verabschiedet werden. Es wird eine Übergangsfrist von drei Jahren gewähren, so dass wir schon 2025 mit einer Reduzierung des Plastikgeschirrs rechnen dürfen.

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