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Klima Literatur

Klimabekömmliches Frühstück

Der Untertitel zu Jonathan Foers neuem Sachbuch „Wir sind das Klima“ suggeriert Banalität: „Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können“. Gemeint ist, auf die Wurst am Morgen oder den gebratenen Speck zu verzichten. Foer, der seine Leser 2010 mit einer vielbeachteten Kampfschrift gegen das Fleischessen und für eine vegetarische Ernährung aufgeschreckt hat (Titel: „Tiere essen“), verknüpft nun das Thema Nahrungsaufnahme mit dem Klimawandel. Sein Argument: Die größten Produzenten von CO2 seien nach den US-Amerikanern und den Chinesen – die Rinder. Wenn man schon die beiden Staaten nicht zum Umdenken bewegen könne, blieben als letzte Hoffnung jene, die jeden Tag Tiere verspeisen. In düsteren Farben zeichnet der Autor die gewaltige Expansion der Rinderproduktion und die immense Steigerung des Futtermittelanbaus innerhalb weniger Jahrzehnte. Das führte zu einer beträchtlichen Steigerung des Methangasausstoßes und damit der CO2-Emmission. Deren Folgen seien, so Foer, inzwischen unumkehrbar. Auch dann, wenn uns es gelänge, unser Verhalten sofort zu ändern. Danach aber sähe es nicht aus, meint der Autor. Dabei sei es beim Essen noch am einfachsten, seine Gewohnheiten zu ändern. Niemand käme zu Schaden, wenn er seinen Fleischkonsum verringern würde, im Gegenteil, es sei der Gesundheit sogar förderlich. Aber der Autor ist skeptisch. Den Menschen dazu zu bringen, lieb gewordenes Verhalten zu ändern, scheine fast unmöglich. Das sehe er an sich selbst. Immer wieder erliege er der Versuchung, Fleisch zu essen. Selbst angesichts einer drohenden Katastrophe blieben die meisten Menschen unbeeindruckt. „Wir sind das Klima“ ist ein faktenreiches Buch mit klaren Appellen. Leider macht es uns wenig Hoffnung.

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