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Gesellschaft

Merkwürdie Spiele

Die Fußballbundesliga hat finanzielle Probleme. Da ist er nicht allein. Ein Rettungsschirm des Staates, der die Bezahlung der Spieler übernehmen würde, ist nicht in Sicht. Der wäre auch nicht billig, sind doch etliche Millionäre unter den Kickern. Zum Glück gibt es das Fernsehen. Es zahlt den Vereinen ordentliche Summen für die Übertragung von Spielen. Aber wenn nicht gespielt wird, der Fußball also seine Leistung für das TV-Geld nicht erbringt? Das kann nicht sein, also wird gespielt, ohne Zuschauer im Stadion, aber vor den Kameras und damit vor unser aller Augen. Falls wir das Gerät einschalten. Um es deutlich zu sagen: Es geht hier nicht um Sport, sondern um Geld, das der Fußball braucht, um die teuren Gehälter der Spieler zu bezahlen und neue zu kaufen. Warum, fragt sich Häckerling, muss es den Profifußballern eigentlich besser gehen als den vielen Künstlern, die jetzt ohne Einnahmen sind? Ist die Fußball-Bundesliga etwa systemrelevant? Seit einigen Wochen können wir die Erfahrung machen, dass wir den Fußball nicht brauchen. Wir haben gelernt, auf Kinos, Theater, Konzerte, Bibliotheken zu verzichten. Begegnungen mit der Familie sind uns untersagt, ebenso Essen im Lokal, Urlaubsreisen, Gottesdienste. Kinder dürfen (seit heute) zwar auf Spielplätze, aber nur mit großen Einschränkungen, Schüler ist der Schulbesuch verwehrt. Der Verzicht auf den Anblick teuer bezahlter „Begegnungen“ (was für ein Wort!), deren Ergebnisse womöglich abgekartet sind, fällt da kaum auf. Aber der Deutsche Fußballbund, dessen Betrügereien bei der WM 2006 nie aufgeklärt werden, Corona sei Dank, kann jetzt die Nase wieder hoch tragen. Erstaunlich, was wir uns von diesen Bossen alles gefallen lassen.

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