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Politik

Gehemmter Informationsfluss

In einer Gesellschaft, die in Informationen schier ertrinkt, fühlt man sich schnell desinformiert. Die baden-württembergischen Schulleiter beklagen heute in der Zeitung dieses Los. Sie fühlen sich von ihrer Führung nicht wertgeschätzt, weil sie schulische Neuigkeiten aus den Medien erfahren und nicht von der Schulverwaltung. Nun ist Häckerling alt genug, um zu wissen, dass dies schon immer so war. Der Kanal zwischen dem Ministerium und der Schulleitung war noch nie sonderlich belebt. Statements der Vorgesetzten in der Presse, im Fernsehen und Interviews im Rundfunk sind die traditionellen Wege, schulische Neuigkeiten zu verbreiten. Das hat einen einfachen Grund: Die Öffentlichkeit ist der Resonanzkörper der Politik, die Medien sind die Verbreiter ihrer Pläne. Die Schulen, deren Leitungen und die Kollegenschaft, sind nachgeordnete Behörden, ausführende Organe, weisungsgebundene Institute, die gefälligst zu warten haben, bis Ihnen Dienstanweisungen zuteilwerden. Minister (und Ministerinnen) sind schnell dabei, etwas zu verkünden, die Verwaltung braucht geraume Zeit, bis sie diesen raschen Sätzen zu folgen vermag, denn flott Gesagtes verwaltungsfest zu verschriftlichen, das braucht seine Zeit. Wenn sich unsereins recht erinnert, bedurfte es vor Ort selten der behördlichen Anordnung, denn fürs Leiten einer Schule genügt meist der gesunde Menschenverstand. Der Gehorsam gegenüber den Weisungen der Vorgesetzten ist wichtig, aber eher nachrangig. Wer vermittelt den Schulleitern von heute diese alte Erfahrung?

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