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Politik

Russische Manöver

Die Überschrift könnte signalisieren, dass sich Häckerling hier als ausgewiesener Kenner der Außenpolitik äußert. Dem ist mitnichten so. Der Verfasser teilt seine diesbezügliche Naivität mit den Brüdern und Schwestern vom Stammtisch und etlichen journalistisch Tätigen. Uns wird dieser Tage ein russischer Präsident gezeigt, der links an einem ovalen Tisch von gigantischen Ausmaßen sitzt. Rechts dürfen seine Gäste Platz nehmen. Müssen die ihre Stimme erheben, dass der große Mann im Kreml sie akustische wahrnimmt oder schwebt über ihnen unsichtbar ein Mikrofon? Wo sitzen die Übersetzer? Was will uns P. mit diesem Arrangement sagen? Dass er zwar nicht auf einem Thron sitzt, der ihn von den anderen abhebt, aber doch so weit von ihnen weg, dass weder Aerosole noch Meinungen ihm nahe kommen. Der Mann lässt hunderttausend Soldaten an einer Grenze Aufstellung nehmen, hat aber nur friedliche Absichten. Befinden sich die Kämpfer an der Grenze zur Ukraine im Winterurlaub? Will ihr Präsident ihnen etwas Abwechslung im militärischen Alltag verschaffen? Oder will er uns zeigen, dass er ein starker Mann ist? Wir glauben es ihm inzwischen. Dann sagt er, die Truppen werden bereits wieder abgezogen, aber die westlichen Geheimdienste sehen nichts davon. Vielleicht sind sie blind. Vorher meinten sie erfahren zu haben, dass gestern (am Mittwoch) der Einmarsch in die Ukraine hätte sein sollen. Da haben sie sich wohl getäuscht. Das Ganze ist ein Spiel, könnte man meinen, allerdings eines, aus dem Ernst werden könnte. Dass die Welt von solchen Typen regiert wird, ist schon gruselig.

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