Unkaiserliches Jubiläum

Die Sindelfinger Zeitung hat am Samstag (13.6.09) ihr 60-jähriges Jubiläum gefeiert, mit allerlei prominenten Gästen, so auch dem Ministerpräsidenten des Landes, Günther Oettinger. Er nannte die Zeitung (diese Zeitung?) ein Kulturgut.

Eigentlich ist sie schon älter, die Sindelfinger Lokalzeitung. Im Bericht über das Leserfest (am 15.6.09) wird uns auch verraten, wie alt: 1890, im „Dreikaiserjahr“ sei die erste Ausgabe des Blattes erschienen. Potzblitz, so alt dieses Kulturgut schon!

Aber was hat es mit dem Dreikaiserjahr auf sich? Davon gibt es einen hübschen Vers, den die Kinder (und nicht nur sie) einst auswendig wussten: „Eins und dreimal acht: Drei Kaiser an der Macht“. Also nicht 1890, sondern 1888 war das. Da fragt man sich nun: Gibt es die Zeitung schon seit dem Dreikaiserjahr oder seit 1890? Das müssten die Kulturgutredakteure noch einmal recherchieren.

Nebenbei: Vielleicht kennen auch noch einige den anderen Satz: „Wilhelm I. war der greise Kaiser, Friedrich III. der weise Kaiser und Wilhelm II. der Reisekaiser.“ Wir alle wissen hoffentlich noch, wohin die Reise mit ihm ging.

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2 Kommentare zu Unkaiserliches Jubiläum

  1. Boris sagt:

    🙂 ins Exil in die Niederlande. Aber abgesehen davon, vermeine ich eine leichte Abneigung gegen die oben genannte Zeitung zwischen den Zeilen zu lesen.

    • haecker sagt:

      Wir lesen die Sindelfinger Zeitung seit Jahrzehnten. Sie versorgt uns mit den lokalen Nachrichten und Hinweisen. Manchmal wäre ihr etwas mehr sprachliche und formale Sorgfalt zu wünschen. Dabei lobt sie sich gerne und hebt die Preise hervor, die sie errungen hat. Die sind sicher berechtigt. Aber wer sich für besonders gut hält, muss sich damit abfinden, dass man ihm „auf die Finger“ schaut.
      Noch etwas grundsätzlicher: Die Medien (Presse, Funk, Fernsehen etc.) als „die vierte Gewalt“ schauen sehr kritisch auf Politik und Gesellschaft. Das ist auch richtig so. Aber es hapert bei uns ein bisschen mit dem kritischen Blick auf die Medienwelt. Und selbstkritisch ist die mir auch nicht genug.

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