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Unverhohlen – die schweren Bankverluste

Auf der ersten Seite der Stuttgarter Nachrichten (25.9.09) erfahre ich von neuerlichen Verlusten der Landesbank Baden-Württemberg. Es handelt sich um „Neue schwere Verluste“ derselben. Sie treiben den Verantwortlichen offenbar den Angstschweiß ins Gesicht und anderswo. Aber was hat es mit diesen Verlusten auf sich?
Zwischen den beiden Adjektiven „neu“ und „schwer“ steht kein Komma. Daher müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Bank schon einmal schwere Verluste zu verkraften hatte. Zu diesen früheren „milliardenschweren“ Verlusten, wie man jetzt gerne mit einem modischen Adjektiv sagt, sind jetzt also weitere hinzugekommen. Eine Geschichte schwerer Verluste, ohne Punkt und (hier) ohne Komma.

Was würde uns hingegen mitgeteilt, wenn es sich um neue, (Komma) schwere Verluste handelte? Dann wären diese Verluste neu und überdies – im Gegensatz zu den früheren – auch noch schwer. Die Verluste hätten sich sozusagen gesteigert. Die neuerliche Krise der LBBW wäre noch größer als die bisher bekannte.

Ob mit oder ohne Komma: Es ist den Verantwortlichen nicht gelungen, die Verlustmeldung bis nach der Bundestagswahl unter Verschluss zu halten. Eine schlechte Nachricht kommt „zur Unzeit“ ans Licht und damit auch wieder ein Zipfelchen der Wahrheit. Von wegen „die Talsohle ist erreicht“ – im Gegenteil: Die höchste Spitze des Schuldenbergs haben wir, so sieht es aus, immer noch nicht erklommen.

Das zu wissen, schadet uns Bürgern nicht. Wer uns für mündig hält, sollte uns reinen Wein einschenken.

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