Überplant – der Calwer Bogen

Einst hieß die Kreuzung Calwer Brücke. Gemeint ist Sindelfingens Ausfalltor zum Daimler, nach Darmheim und Maichingen. Fünf Straßen kommen dort zusammen. In der Hauptverkehrszeit war immer Stau. Aber es ging dennoch voran. Dann musste das Ganze umgebaut werden, damit die S-Bahn dereinst besser unter der Brücke durchfahren kann. Nun ist der Umbau vollendet, das Kreuzungswerk ist fertig, und es ist ein Kreuz damit.

Schon der Name ist ein Problem. Calwer Brücke durfte nicht mehr sein. Während der Bauzeit sprach man vom Calwer Knoten; jetzt heißt der Bereich offiziell Calwer Bogen. Dabei hätte Knoten besser gepasst, denn es ist ein echter Knoten, für manche, die darüber oder hindurchfahren wollen, gar ein gordischer. Wahrscheinlich wird es nur denen, die ihn täglich mehrfach nutzen müssen, gelingen, sich nicht immer wieder in diesem Labyrinth zu verirren. Unlängst gab es einen Unfall, weil jemand die Ampeln verwechselt hat, vermutlich auch die Spuren. Die bilden ein wunderbares Durcheinander. Meine Jungfernfahrt über den Calwer Verkehrsirrgarten habe ich gründlich vorbereitet. Ich studierte die von der Zeitung veröffentlichten Spurenpläne und stellte mir vor, wann ich wo abbiegen müsste, um das intendierte Ziel zu erreichen. Trotzdem habe ich mich verfahren. Aller Anfang ist halt schwer. Daher mein Rat: Wer es nicht unbedingt benutzen muss, umfahre das Calwer Brücken-Bogen-Knoten-Bauwerk weiträumig.

Direkt an der Straße, mitten im Verkehrsgewühl, ist übrigens ein Fußballplatz entstanden, wahrscheinlich für die Menschen, die an diesem Bauwerk wohnen. Dort kann man kicken, umbrandet vom lauten Verkehr und den reichhaltigen Abgasen.
(Blog-Eintrag Nr. 114)

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3 Kommentare zu Überplant – der Calwer Bogen

  1. Boris sagt:

    Wenn in einem Land ohne Infrastruktur und Erfahrung im Bereich
    Straßenbau ein solches „Werk“ vollendet wird, dann kann man nur
    mitleidig lächeln und sich trösten, dass es beim nächsten Mal besser klappt. Wenn sich aber eine (Auto-)Stadt mit Erfahrung und bestehenden Straßen einen solchen Fehlgriff leistet, dann kann man sich eigentlich nicht einmal mehr das Weinen verkneifen. Wenn quasi als Sahnehäubchen auf dem „Fehlbaukuchen“ die Fehlplanung so groß ist, dass selbst
    Vorbereitung und vorheriges Planen der Route nicht mehr hilft, dann mag man sich abwenden und nicht an das Geld denken, das verbraten wurde

    • haecker sagt:

      An Boris: Man denkt ja manchmal, man sei als älterer Mensch mit den Problemen an der neuen Kreuzung allein. Aber heute (4.12.09) berichtet die heimische Zeitung von einem erneuten Unfall. Ein 37-Jähriger fuhr über den Calwer Bogen und verwechselte die Ampeln. Er startete bei Rot und rammte einen 24-Jährigen. Beide Fahrer wurden leicht verletzt. Sachschaden: 15000 €. In der Tat: ein planerischer Fehlgriff.

  2. Stefan sagt:

    Der Bogen war insofern ein planerischer Fehlgriff, weil man eigentlich damit auch erreichen wollte, das der Verkehr auf der Hanns-Martin-Schleyer-Straße in Richtung Innenstadt schneller abfließt, was auch passiert, nur, mit dem Resultat, das man an der nächsten und übernächsten Ampel umso schneller wieder steht. Momentan benutzen viele Menschen den Schleichweg von der Bachstraße in Richtung Stadtmitte. Wenn dieser genommen wird, wird das Chaos zur Feierabendzeit noch größer sein als zuvor; denn effektiv fließt der Verkehr hier auch nicht schneller ab als zuvor; warum sollte er auch? Die Verkehrsführung blieb, bis auf ein paar Kurven mehr, die gleiche.

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