Über Integrationsversuche

Die Integration der „Bürger mit Migrationshintergrund“ muss dringend verbessert werden. Dass sie bei den Bildungsabschlüssen statistisch negativ auffallen, kann man nicht bestreiten. Auch nicht, dass dies ein Problem ist, das die ganze Gesellschaft angeht, weil sie auch als Ganzes zunehmend darunter leidet. Daher sind alle Bemühungen, an diesem Zustand etwas zu ändern, sehr lobenswert.

In Baden-Württemberg ist der Justizminister, Goll FDP, mit dem Amt eines „Integrationsbeauftragten“ betraut. Er tut auch was. Schon am 8. September 2008 hat der Ministerrat seinen „Integrationsplan“ verabschiedet. Der trägt die Überschrift „Integration gemeinsam schaffen“ und hat einen Umfang von 185 Seiten. Im November 2009 wurde eine Konzeption für die Umsetzung des Plans vorgestellt. Die Stuttgarter Zeitung berichtet darüber sieben Wochen später, an Silvester 2009. Arg schlau wird man aus dem Bericht nicht.

Die Mitteilung, dass die Minister Goll und Rau (KM) das Bildungsniveau der Einwandererkinder heben und hierzu bei den Eltern ansetzen wollen, ist nicht überraschend. Die Mütter und vor allem auch die Väter sollen „über Mitwirkungsmöglichkeiten in Schule und Kindertagesstätte informiert“ und „in ihrer Rolle als Erzieher gestärkt werden.“ Das leuchtet ein. Aber wie? Durch „neue Strukturen“ erfahren wir. Es sollen in jedem Regierungsbezirk mehrere Berater „angesiedelt“ werden, die den Kommunen „helfen, die neuen Angebote einzurichten“. Das heißt doch, dass alle Städte und Gemeinden eine (neue?) Stelle für Integrationsangebote einzurichten haben, die dafür sorgt, dass die „neuen Angebote“ dort ankommen, wo sie wirken sollen – an den Schulen und Kindertagesstätten (siehe oben).

Unter den „neuen Angeboten“, für die man die neuen Strukturen braucht, hat man sich zum Beispiel „Bildungslotsen“ vorzustellen, die den Eltern über die „Hemmschwellen“ der genannten Einrichtungen hinweghelfen sollen. Gedacht ist (wieder einmal) an Ehrenamtliche, zum Beispiel an pensionierte Lehrerinnen und Lehrer.

So sehr neu klingt das nicht und auch nicht neuer Strukturen bedürftig. Dieses neue Angebot müsste sich auch mit den schon bestehenden umsetzen lassen.

(Blog-Eintrag Nr. 131)

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