Wulff und das Wolfsrudel

Das hätte der Häckerling-Blogger denn doch nicht gedacht: dass ein Bundespräsident so menschlich, allzumenschlich ist, nicht nur beim Geld, sondern auch sonst. Weil (zum Glück) gerade keine größere Katastrophe hereingebrochen ist, also den Medien nur Berichte über saure Gurken bleiben, haben sie sich den ersten Mann der Republik vorgeknöpft. Und der spielt auch noch mit!

Von dem günstigen 500.000-€-Privatkredit ist schon lange nicht mehr die Rede. Den hat er übrigens längst durch einen günstigen bei der BW-Bank abgelöst, einer – fast – Staatsbank übrigens, die in der Bankenkrise vom hiesigen Steuerzahler ganz schön gepäppelt werden musste. Leider war der Präsident so ungeschickt, davon in seiner zerknirschten Rede nichts zu erzählen. Er könnte allerdings für sich geltend machen, dass man ihn danach auch nicht gefragt habe.

Nun aber hat er sich – viel Feind, viel Ehr – noch eine neue offene Flanke geschaffen: die Presse. Weil die BILD-Zeitung sich erdreisten wollte, seine Kreditgeschichte zu publizieren, hat er sie vorher gewarnt, solches zu tun. Wahrscheinlich mit dem bekannten guten Grund: Das würde die Politikverdrossenheit im Land steigern. Wo er recht hat, hat er recht, der Herr Wulff. Dumm nur, dass sich dieses Presseorgan auch durch sein drohendes Grummeln nicht von ihrer bösen Absicht hat abbringen lassen! Die hat jetzt eine tolle Story und kann uns den Präsidenten vorführen. Der spielt sogar mit. Er füttert die Medien in einer nachrichtenarmen Phase und zeigt zugleich, allerdings in der Opferrolle, wie wichtig ihm eine investigative Presse ist.

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