Das Netz und die Sprache

Sogar unser ältester Altkanzler, Helmut Schmidt, ist (berichtet die ZEIT) besorgt über die Entwicklung der Sprache im Netz. In den diversen Foren, den Kommentaren zu Online-Berichten und im persönlichen Gerede der Facebook-Menschen wird eine Sprache geschrieben, die in der Wortwahl, im Satzbau und natürlich ganz besonders in der Rechtschreibung deutlich unter dem Niveau einer zivilisierten Gesellschaft liegt. Das Schriftliche nähere sich dem Mündlichen an, diagnostiziert die Stuttgarter Zeitung. Dass einer seinen hochdatierten Regierungsposten aufgeben musste, weil er seine dumpfen Verlautbarungen mit Körperausscheidungen würzte, passt ins Bild.

Auch die Piraten haben sich dieser Ausverkaufssprache verschrieben. Das hat sie attraktiv gemacht. Dass man sie nun etwas deutlicher fragt, was sie eigentlich meinen und wollen und ob sie sich vielleicht etwas gepflegter ausdrücken könnten, lässt mich hoffen.

Wahrscheinlich kann man das Problem nur so lösen: Texte, die über eine Redaktion laufen und gegen die Regeln der Sprache und Orthografie verstoßen, müssen zuerst „redigiert“ werden, sie sind nach den Regeln zu überarbeiten, Fehler sind auszumerzen, verunglückte Sätze werden „behutsam“ repariert und Verstößen gegen den sprachlichen Anstand durch Weglassen oder Umschreiben der Weg in die Öffentlichkeit versperrt. Das ist keine Zensur, denn es wird nicht die Meinung verändert, sondern nur die Art und Weise ihres Vortrags.

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