Die Finanzkrise und die Sparer

Ein bisschen lustig ist es schon, wenn mir „meine Bank“, die BW-Bank, die aber nicht mein Eigentum ist, eine „attraktive Verzinsung“ meiner kurzfristigen Spareinlagen verheißt: 0,3% gibt es auf dem Cash-Konto. Sollte ich mehr als 10000 Euro anlegen, steigt die Verzinsung auf sagenhafte 0,8%.

Da wird man ein bisschen nachdenklich. In den guten alten Zeiten glich der Zinssatz der normalen Spareinlagen wenigstens die Inflation aus. Nun ist eine Verzinsung, bei der das Geld an Wert verliert, bereits „attraktiv“. Ergo: Ich muss mich bei der BW-Bank dafür bedanken, dass sie mir einen höheren Verlust „erspart“. Ein erstes Dankeschön also.

Der Nachdenklichkeit zweites Ergebnis ist die Erkenntnis, dass ich mit dieser „attraktiven“ Verzinsung meines Geldes offenbar einen wertvollen Beitrag zur Finanzierung der Bank in der Finanzkrise leiste. Der Wert meines Geldes sinkt, die Gewinne der Bank steigen. Dadurch wird sie (hoffentlich) stark genug, um den Wirren des Finanzmarkts zu trotzen. Wer eine Bank so erfolgreich führt, indem er den Wert meines Geldes schrumpfen und die eigenen Gewinnen steigen lässt, hat ein hohen Bonus verdient. Noch einmal Danke, dass ich bei der Finanzierung helfen darf.

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