Die Kinderbetreuung und das Geld

Bei der FDP hat es peinlich lange gedauert, bis sie sich beim Thema Steuersenkungen bewegt hat. Aber immerhin besteht jetzt eine gewisse Aussicht, dass sie es erreicht, dass wenigstens die Unsinnigkeiten der Steuerprogression ein wenig in Richtung Fairness verschoben werden.

Die CSU tut sich beim Betreuungsgeld noch viel schwerer. Sie will es einfach haben und droht mit Koalitionsbruch, wenn sie es nicht bekommt. Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kita schicken, sollen finanziell gefördert werden. Im Idealfall geben diese Eltern die 100 Euro dafür aus, ihren Kindern Gutes  zu tun, indem sie von dem Geld den Besuch von Tierparks, Museen, Musikschulen, Vereinen, Feriencamps bezahlen. Aber hat nicht das Kindergeld den gleichen Sinn? Ein Extra-Geld ist teuer. Ist es wenigstens sinnvoll? Hilft es den Kindern? Fördert es sie angemessen? Die ZEIT schreibt (am 20.6.12) online:

(Von der KMK beauftragte Wissenschaftler) „verweisen in ihrer Analyse auf verschiedene Untersuchungen, die den Nutzen frühkindlicher Bildung in Betreuungseinrichtungen eindeutig belegten. So verfügten Kinder, die vor ihrer Einschulung mindestens drei Jahre eine Kita besuchten, in der vierten Grundschulklasse beim Lesen und beim Textverständnis in der Regel über einen Lernvorsprung von gut einem Schuljahr. Solche erheblichen Lernvorsprünge fänden sich ‚auffällig‘ auch bei Kindern aus problematischen Elternhäusern oder aus Migranten-Familien.“

Das Fazit: Die Eltern können ihr Kinder fördern, aber die guten Wirkungen von Kitas nicht kompensieren. Dann aber sollte man ihnen auch nicht den finanziellen Anreiz geben, ihre Kinder nur zu Hause zu fördern. Also, liebe CSU: bitte umdenken!

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